Der Schubladler

Dancing with your stereotype – in den Straßen Münchens.

Wir haben sie aufgerissen, unsere Schubladen. Uns reingestürzt, sie durchgewühlt, alles rausgezogen was drin war. Es gedreht, gewendet, daran gezerrt. Und dann? Dann haben wir ihn getanzt – den Schubladler. Alle zusammen, wir und die anderen. Für ein offenes und empathisches München. Bis wir wussten: Wir sind die anderen, und die anderen sind wir.

So sah das Ganze aus – der Film von Marcus Adam (eyetrip):

 

Und so gehen die Geschichten von Hakan, Ben und Irmtraud weiter:

Ihr glaub nicht, was Hakan hier in München in der Tram passiert ist:

 

Ben hält sich für nen ziemlich offenen Typ. Ob die, die nachts schlafen wollen, das auch finden?

 

Wie Irmtraud Müller als Brasilianerin zu ihrem Namen kommt, das erzählt sie euch hier:

 

Die Bilder von Fabian Norden & Sarah Morgenstern:

 

Wieso denken wir eigentlich alle in Schubladen? Welchen Vorteil hat das für uns, und worauf müssen wir aufpassen? Der Podcast am Sendlinger Tor:

 

 

In der Müllerstraße sprachen wir mit Paali aus Gambia, der seit einem Jahr in München lebt. Hört rein, was er über Integration und gute Nachbarschaft zu sagen hat:

 

 

Ständig kamen Menschen von der Straße, die dabei sein wollten, und so wurden wir immer mehr.

 

Vielen Dank

…an alle, die zum Gelingen dieses großartigen Events beigetragen haben: an die Stadt München, die Einsatzkräfte der Polizei, MVG sowie der Stadtwerke München, an alle rehab- und anderweitig Aktiven und schließlich an alle, die mit uns auf Münchens Straßen getanzt haben. Es war uns eine große Freude!

Hintergrund: Warum das Ganze?

Wir alle, die Bewohner des urbanen Raumes, sind die Gestalter des städtischen Zusammenlebens. Unser Umgang miteinander bestimmt über die Qualität dieses Zusammenlebens. Vor einem guten Umgang steht jedoch immer die Begegnung. Denn Konflikte, Vorurteile und Missverständnisse rühren meist daher, dass wir einander gar nicht kennen oder durch unsere eigene Sicht auf die Dinge darin begrenzt sind, uns gegenseitig zu verstehen.
Oft fehlt es uns an Wissen über den Anderen und seine Situation, um sicherer, verständnisvoller und wertschätzender miteinander umzugehen oder Konflikte friedlich zu regeln. Stattdessen denken wir in starren Schubladen, urteilen voreilig, beklagen uns über andere oder klagen sie an. Ein bewusster Umgang damit ist eine besondere Herausforderung in einer Zeit, die geprägt ist von Migrationsbewegungen, demographischem Wandel und zunehmender Urbanisierung.

Warum in Form einer Silent Parade? Was ist das Besondere daran?

Eine Silent Parade ist eine Kombination aus Musikveranstaltung und Demonstration, aus Unterhaltung und Information, die auf positive und konstruktive Weise auf Missstände oder Herausforderungen aufmerksam macht. Auf diese Weise erlangen zeitgemäße Themen rund um gesellschaftliches Miteinander Präsenz im städtischen Lebensraum – ernsthaft und lustvoll zugleich. Auf zwei Wegen beworben spricht das Format thematisch interessiertes wie auch feiermotiviertes Publikum an.
Es begegnen sich die Bewohner Münchens in all ihrer Vielfältigkeit – gerade auch solche Menschen(-gruppen), die sich aufgrund ihrer Andersartigkeit bislang vielleicht gemieden, vorverurteilt, in jedem Fall nicht näher kennen gelernt haben. Sie bewegen sich gemeinsam: als Menschenzug mit Funkkopfhörern, still, aber alles andere als leise oder heimlich, sondern mitten auf der Straße.
Die Teilnehmer hören Musik, zu der sie völlig überhörbar tanzen können. Dazwischen,  an bedeuteten Orten, thematisieren Wortbeiträge konfliktbehaftete Themen des Zusammenlebens. Dabei blickt man hinter Fassaden, die der eigenen Lebenswelt bislang vielleicht fern lagen. Aktionen, Performances und persönliche Geschichten verrücken Perspektiven und bringen einander näher. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander wird so nicht nur propagiert, sondern als wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung bereits gelebt. Ein Get-together am Ende der Veranstaltung verstärkt den Austausch und die Begegnung. Postkarten mit individuellen Handlungsanreizen bieten die Gelegenheit, Kontakt zu knüpfen, zu vertiefen, in Kontakt zu bleiben.

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