Die Rikscharrrrrrr zieht Runden: Liebe deine Nachbarschaft

Julia hat im April Besuch bekommen in ihrer Nachbarschaft.

Es war an einem schönen Frühlingsabend..  doch lassen wir sie selbst erzählen:

Ich hatte schon vom Ricksharrr-Projekt erfahren, bevor ich frisch bei Rehab Republic angekommen war. Ehrlich gesagt war’s auch einer der Gründe, wieso ich mitmachen wollte: Eine Organisation, die eine Rikschar selbst bastelt und damit versucht, Nachbarschaften näher zueinander zu bringen, kann nur etwas Positives sein.

Schon am zweiten Treffen konnte ich die Sache in die eigenen Händen nehmen und mit vielen gelben Postkarten mit der Aufschrift „Stell dir vor dein Nachbar ist cool und du weißt es nicht“ im Gepäck bin ich am nächsten Tag in Aktion getreten!
In meinem Haus gibt es 100 Wohnungen. Weil bei früheren Aktionen bemerkt wurde, dass die Postkarten wie Werbung aussahen und deshalb eher abschreckten, habe ich jede einzelne mit einem handgeschriebenen Text versehen: Wer, wie, was, wo. JedeR NachbarIn hatte eine persönliche Einladung im Briefkasten – und mir tat die Hand weh :-). Drei Tage lang habe ich abends an jeder Tür geklopft und wenn mir niemand aufgemacht hat, hinterließ ich die Einladung im Briefkasten.

Eine Woche und viele positiven Rückmeldungen später machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Ort in der Nähe, an dem man sich gemütlich unterhalten und Musik hören kann, da unser Wohnhaus keinen geeigneten Hinterhof besitzt. Plötzlich fiel es mir ein: Gegenüber liegt das Museum Brandhorst, welches genügend Außenfläche besitzt, um die 100 Leute, die vielleicht kommen würden, versammeln zu können (man muss ja groß denken). Voller Enthusiasmus und dem schlagenden Argument in der Tasche, mit einer Umweltschutzorganisation zusammenzuarbeiten, um meine Nachbarschaft zusammenbringen, bin ich zur Rezeption gelaufen und habe gefragt! Da diese Frage neu für das Team war, brauchte es einige Anrufe, um an der richtigen Stelle zu landen. Die Direktion stimmte letztendlich begeistert zu. An der Haustür unten habe ich dann noch eine Einladung angeklebt (wie immer handgeschrieben!) – die wurde ein paarmal entfernt, aber ich hab nie aufgegeben!

Am Tag vor dem Fest war ich mit ein paar anderen MitmacherInnen vom Verein im Büro und wir haben die ganze Sache vorbereitet: Kartonhocker, drei Bierkästen, Lichterketten, Musikanlage, Knabbereien, Teppich und Plakate wurden am nächsten Vormittag auf der Rikscha stabil verstaut und die wunderschöne Fahrradkonstruktion konnte auf ihrer Fahrt zum Zielort visuell genossen werden.
Vor Ort haben wir noch ein paar Blumen in den rikschaeigenen Blumenkasten gepflanzt, Girlanden am Museum befestigt und um 18 Uhr war alles bereit. Es hat sicherlich fast eine Stunde gedauert bis die Leute langsam kamen, aber auf einmal ging es schnell. Insgesamt waren um die 30 Leute da. Anfangs wurde viel über praktische Sachen im Gebäude gesprochen, aber nach ein paar Bier waren die Themen doch sehr vielfältig.

 

 

 

 

 

 

Die generelle Meinung war entweder, dass a) sich alle sowas schon lange gewünscht hatten, oder b) dass die Idee „zu schön um wahr zu sein“ gewesen wäre und man auch aus Solidarität mit der Bemühung gekommen war. Meine entspannte, fröhliche Musik hat bis Punkt 21 Uhr gespielt, die drei Kasten Bier zeigten sich als nicht übertrieben, und alle haben sich glücklich verabschiedet. Ich glaube, ich habe auch noch versprochen, ein Sommerfest zu organisieren. We will see 🙂

Hast Du auch Lust, die Leute von oben-hinten-mit Balkon mal kennenzulernen? Hier steht, wie’s geht.

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