Energieschluckende Produktion

Reparieren statt neu kaufen: Die Produktion eines PCs mit Monitor verbraucht mehr Energie als ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt in einem ganzen Jahr.

Daten/Quelle: Produktion eines PCs: 2790 kWh; Quelle: Umweltbundesamt (Seite 4); Energieverbrauch 2-Personen-Haushalt: 2700 kWh; Quelle: stomverbrauch-haushalt.de

 

Notebooks, Spielkonsolen, Plasma-Fernseher oder Handys – eins haben alle Elektrogeräte gemein: Sie verbrauchen jede Menge Energie. Die Informations- und Kommunikationstechnik verursacht in Deutschland sogar mehr CO2-Emissionen als der gesamte Luftverkehr. Anders als etwa bei Kühlschränken oder Waschmaschinen wird der Energieverbrauch bei Computern oder Fernsehern allerdings wenig beachtet. Bedauerlicherweise, wie ein Vergleich zeigt: Während ein leistungsstarker „Gamer-PC“ bei vier Stunden Betrieb pro Tag bis zu 767 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr benötigt und rund 151 Euro Stromkosten verursacht, kommt ein sparsamer Multimedia-PC mit gerade einmal 88 kWh für etwa 17 Euro aus. Es lohnt sich also genau zu überlegen, für welche Arbeiten man seinen Computer benötigt, da viele leistungsstarke Komponenten für den täglichen Gebrauch unnötige Kosten durch erhöhten Stromverbrauch mit sich bringen.

Energieverbrauch der Computerherstellung enorm

Noch mehr als durch den Stromverbrauch während der Nutzung, wird die Umwelt durch die Produktion des Computers belastet. Rund 2.790 kWh Energie verbraucht die Herstellung eines PCs mit Monitor und setzt damit rund 850 kg Treibhausgase frei. Eine gewaltige Energiemenge, wenn man bedenkt, dass sparsame Multimedia-PCs mit 88 kWh im Jahr auskommen – sparsame Notebooks sogar mit unter 30 kWh. Außerdem werden viele Tonnen an Rohstoffen und 23 Kilogramm verschiedener Chemikalien benötigt.
Dieser enorme Verbrauch an Energie und Rohstoffen ist uns kaum bewusst, wenn wir bei einem Sonderangebot im Elektronikfachgeschäft zuschlagen. Da der Herstellungsprozess bei allen Herstellern sehr intransparent ist, ist es auch schwer bis unmöglich, das Gerät mit dem geringsten ökologischen Fußabdruck zu finden. Der komplette Verzicht auf einen „Personal Computer“ ist heutzutage natürlich auch keine Alternative. Deshalb bleibt als Lösung vor allem weniger neue Computer zu kaufen – oder mit anderen Worten: sein Gerät länger zu nutzen.

Viele Möglichkeiten zur längeren Nutzung von Elektrogeräten

Wenn der PC kaputt ist, ist er halt kaputt? So einfach ist es nicht – wir haben durchaus Einfluss auf die Nutzungsdauer unserer Geräte. Das fängt bei der Kaufentscheidung an, geht über die Wartung bis hin zu Nachrüstungs- und Reparaturmöglichkeiten. Was genau jeder von uns tun kann, findet ihr in den rehab-Taten. Wenn wir uns ein bisschen Zeit nehmen und beim Computer-Spezialisten im Bekanntenkreis oder in Computer-Foren Rat einholen, können wir uns auch gut selber helfen, sodass niemand mehr seinen Computer auswechseln muss, nur weil er mal langsamer geworden ist oder der Akku nicht mehr lange hält. Lasst uns die Alternativen nutzen und damit Geld, viele Ressourcen und Energie einsparen – und das ohne auf das wertvolle Surfen auf der Website von rehab republic verzichten zu müssen!

 

  • Bei der Kaufentscheidung:
  • Wir überlegen, für welchen Zweck wir einen Computer brauchen. Zum Surfen im Internet und der Nutzung normaler Text- oder Bildbearbeitungsprogramme, reicht schon ein einfacher PC ohne Schnickschnack – diese sind nicht nur günstiger sondern auch deutlich sparsamer und brauchen weniger Energie bei der Herstellung. Welcher Nutzungstyp welche PCs braucht, steht auf EcoTopTen.de.
  • Wir kaufen PCs, die sich aufrüsten und leicht reparieren lassen – beispielsweise sollten Akkus oder andere Einzelteile leicht ausgetauscht werden können.
  • Wir kaufen Laptops – diese brauchen nicht nur weniger Energie bei der Nutzung. Unter anderem wegen ihres geringeren Gewichts werden auch deutlich weniger Rohstoffe und Energie für die Herstellung benötigt.
  • Auch Second-Hand-Geräte ziehen wir beim Kauf in Betracht, da sie oft trotz Garantie günstig zu bekommen sind und für viele Nutzer vollkommen ausreichen.
  • Beim Gebrauch:
  • Der Computer ist zu langsam für die tägliche Arbeit? Durch regelmäßiges ausmisten, defragmentieren oder dem Neuauflegen des Betriebssystems lässt sich der PC wieder beschleunigen und läuft dann meist wieder wie neu!
  • Durch die richtige Akku-Pflege lässt sich die Laufzeit deutlich verlängern. Wie das geht steht zum Beispiel hier.
  • Ist der Akku tatsächlich am Ende, bestellen wir uns einfach einen neuen über einen Computer-Fachversand.
  • Ist ein Computer defekt, versuchen wir ihn zu reparieren, bevor wir uns um Ersatz bemühen! Computer-Reparatur-Läden gibt es mittlerweile immer mehr.
  • Bei der Entsorgung:
  • Damit die Vielzahl seltener Metalle wie Gold, Silber, Tatal oder Platin, die in unserem PC stecken wieder verwendet werden, geben wir die Geräte auf dem Wertstoffhof ab. Das verhindert den Export von Elektroschrott. Siehe rehab impuls vom 26.09.2012.

 

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