Alltag ohne Plastik – Geht das?
Tag 3: Über das ergonomische Problem von Jutebeuteln und schweren Büchern

Also Marias Kleidertipps von gestern setze ich wohl schon ganz gut um: Meine Klamotten sind zum Teil so alt, dass ich die Etiketten nicht mehr lesen kann (blöd jetzt für den Selbstversuch) und neulich hab ich mir Fotos angeguckt; auf denen ich einen nach wie vor geliebten Pulli schon mit 16 Jahren getragen hab (und meine ältere Schwester wohl schon vor mir). Ein Rätsel wie die so lange halten.

Nun noch einen Tipp an alle, die an ihren Kleidern hängen, sich aber nach Abwechslung sehnen. Ich lasse immer mal wieder ein paar Klamotten in meiner alten WG in Köln liegen, wo sie geliebt und getragen werden, bis ich wieder komm. Wenn ich sie dann wieder habe, fühlt sichs an, als hätte ich was neues. Dumm nur, dass meine einzige Mütze aus reiner Wolle gerade die Rheinluft schnuppert. Am Wochenende werde ich mir wohl eine häkeln müssen.

Meine Rückenprobleme kommen mit Sicherheit nicht von meiner Haarpracht… Die wiegt nicht besonders viel und lässt sich mit zwei kleinen Spangen bändigen. Mir bereitet eher das Schleppen von etlichen Büchern und Ordnern in einer Leinentasche Rückenschmerzen. Außerdem ist sie ziemlich unpraktisch beim Radfahren. Zwei dünne Baumwollriemen können so ein Gewicht einfach nicht sinnvoll auf den Schultern verteilen. Umweltfreundliche Rucksäcke. Gibt’s das?

Bisher weiß ich von der Firma Vaude, dass sie in ihren Outdoor-Produkten PVC vermeidet und bald ganz aus der Produktion rausnehmen will. (PVC enthält in weicher Form gesundheitsschädliche Weichmacher die im Laufe der Zeit ausdünsten) Die anfallenden PE-Reste (Polyethylen) werden recycelt und nicht im Restmüll entsorgt, wo sie einfach verbrannt werden würden.Zitat von der Website: „VAUDE entwickelt seine Produkte nach den Grundsätzen reduce – re-use – recycle.“ Das klingt doch nach ’nem guten Ansatz.

Außerdem habe ich noch einen Rucksack von Fjällräven (die Marke mit dem hübschen Fuchs) entdeckt, der aus recyceltem Nylon besteht. (Stand: Mai 2011)

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Mein Highlight des Tages: Eine Tasse plastikfreien Kaffee bei einem Freund. Den hat er in einem Feinkostgeschäft gekauft, welches die Bohnen am Stück oder frisch gemahlen in einer Papiertüte verkauft. Es ist also möglich!!! In der Kaffeemühle aus Holz und Metall von Hand gemahlen und direkt in der Tasse mit heißem Wasser aufgebrüht, war das ein willkommener Energiekick am Mittag. Ich dachte schon, ich werde zur sozialen Außenseiterin durch dieses Projekt.

Morgen muss ich ein dreistündiges Referat halten, an dem ich noch etwas feilen muss. Masaccio konnte wohl nur deshalb große Kunst erschaffen, weil er sich nicht mit der Plastik-Problematik auseinander setzen musste. Ich jedenfalls werde sein Fresko in Form von Dias in Plastikrahmen präsentieren und mir danach ein paar Bierchen mit Kunststoffdichtung im Deckel gönnen. Aber immerhin aus Mehrweg-Glasflaschen. PLASTIKORGIEEE!!! Ihr hört dann am Freitag von mir.

Eine gute Nacht wünscht Dorothea

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