Geteilte Kosten

Carsharing boomt. Und lohnt sich. Wer sein Auto weniger als 10.000 Kilometer im Jahr bewegt, ist in der Regel mit Carsharing günstiger dran.

Quelle: Bundesverband CarSharing und Stiftung Warentest (Finanztest 02/2012 – der vollständige Artikel ist kostenpflichtig)

Du nutzt für die meisten Strecken die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad, brauchst aber ab und zu für den Großeinkauf, den Ausflug ins Grüne oder den Besuch Deiner Verwandten doch ein Auto? Dann ist Carsharing genau das Richtige für Dich!
Im Durchschnitt steht ein Auto 23 Stunden am Tag still – wir nutzen es also nur circa eine Stunde pro Tag. Gerade für Menschen, bei denen das eigene Auto oft tagelang oder sogar wochenlang nur für den seltener Fall der Nutzung in der Garage parat steht, ist das eine teure Angelegenheit. Wer sich diese Kosten sparen, aber nicht gänzlich auf das Autofahren verzichten möchte, hat mit dem Carsharing eine hervorragende Möglichkeit, weiterhin mobil zu bleiben.

Zahl der Carsharing-Nutzer steigt stetig an

Spätestens seitdem auch die Autokonzerne Daimler (Car2go), BMW (DriveNow) und VW (Quicar) in das Carsharing-Geschäft eingestiegen sind, ist klar: Carsharing ist ein Modell für die Zukunft, dass niemand verschlafen will.
Das Auto wird gerade von jungen Menschen immer weniger als Statussymbol angesehen, sondern lediglich als nützliches Hilfsmittel, um von A nach B zu kommen. Auch entdecken immer mehr Autofahrer die Vorteile des Carsharings und so ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen diese Angebote wahrnehmen. Die Zahl der Carsharing-Teilnehmer stieg in den letzten 5 Jahren von unter 100.000 auf 220.000 im Jahr 2012 und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Wie Carsharing funktioniert

Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Modelle zur gemeinschaftlichen Nutzung von Kraftfahrzeugen – mal zahlt man einen Mitgliedsbeitrag, mal zahlt man nur pro Zeiteinheit und gefahrenem Kilometer, mal stehen die Autos an zentralen Stationen und mal stehen sie einfach irgendwo in der Stadt und sind per Smartphone zu finden. Hier gibt es mittlerweile gerade in Städten das für jeden passende Modell.
Bei klassischen Carsharing-Anbietern zahlt man einen geringen Mitgliedsbeitrag, hat dann Zugriff auf verschiedenste Auto-Modelle und kann sich so für jeden Zweck ein passendes Auto aussuchen. Einfach im Internet das gewünschte Auto für die benötigte Zeit buchen, an der nahegelegenen Station einsteigen, losfahren und im Anschluss wird nach Zeit und gefahrenen Kilometern abgerechnet. Bei Kleinwagen kostet der gefahrene Kilometer oft unter 20 Cent – inklusive Sprit, KFZ-Versicherung, Steuern und allen Reparaturen.
Für wen sich die Carsharing-Nutzung lohnt, hängt stark von den individuellen Nutzungswünschen, den zur Verfügung stehenden Carsharing-Anbietern und letztlich dem zum Vergleich gezogenen Auto ab – aber als Faustregel gilt: Wer sein Auto weniger als 10.000 km im Jahr bewegt, fährt mit dem gemeinschaftlich genutzten Auto in der Regel günstiger.
Nützt man sein Auto täglich zum Weg in die Arbeit bleibt das eigene Auto aus finanzieller Sicht unschlagbar. Fährt man mit dem Auto nur einmal im Jahr in den Urlaub, bleibt das Mietauto am günstigsten. Für alle anderen Autonutzer, lohnt sich ein Blick in die Kostenrechner der Carsharing-Anbieter im Umkreis.

Privates Carsharing bringt Autohalter und Autosuchende zusammen

Eine gute Ergänzung zu den klassischen Carsharing-Anbietern bietet das private Carsharing. Hier schließt man sich entweder mit den Nachbarn zusammen und teilt ein oder mehrere Autos oder aber man nutzt Plattformen, die private Autobesitzer und Mietinteressenten zusammenzubringen. In Deutschland gibt es momentan folgende Anbieter: autonetzer.de, Nachbarschaftsauto und tamyca.de. Der Autohalter kann hier selber einen Preis für die Nutzung seines Autos festlegen und durch eine extra Versicherung sind sowohl Halter als auch Fahrer versichert. Der Autosuchende bekommt somit ein günstiges Mietauto. Das Geschäft lohnt sich für beide.

Fazit

Die Zukunft der Mobilität liegt gerade in den Städten im Mix der verschiedenen Mobilitätsangebote. Carsharing ist hierbei eine wichtige Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad und kann für viele Menschen eine günstigere und praktischere Art der Fortbewegung sein. Probiert es aus!

Hier nochmal zusammengefasst die Vorteile von Carsharing:

  • Für Gelegenheitsautofahrer bringt die Nutzung eines Carsharing-Angebots im Vergleich zum eigenen Auto eine große Kosteneinsparung, da Anschaffung des Fahrzeuges und teure Fixkosten wie Steuer, Versicherung und Reparaturen entfallen.
  • Die Kosten sind gut kalkulierbar. Es können keine plötzlichen Reparaturkosten anstehen und Kosten entstehen nur dann, wenn man auch wirklich fährt.
  • Man kann sich immer das passende Auto aussuchen: ob den Transporter für den Umzug, einen Kombi für den Urlaub oder einen günstigen Kleinwagen für den Ausflug ins Grüne – die meisten Carsharing-Anbieter haben für jeden Anlass das passende Gefährt im Angebot.
  • Carsharing ist bequem! Nie wieder um den TÜV bangen, sich um die günstigste Versicherung kümmern, die Winterreifen wechseln oder gar die fällige Reparatur bezahlen – all das erledigt der Carsharing-Anbieter. Man setzt sich einfach immer in ein gut gewartetes, neues Auto und fährt los.
  • Dadurch dass Carsharing-Autos meist relativ neu sind, haben sie einen geringeren Kraftstoffverbrauch als der durchschnittliche deutsche Privat-PKW und sie sind auf dem neuesten Stand in Sachen Sicherheit, Technik und Komfort.
  • Ein Carsharing-Auto ersetzt vier bis zehn Pkw. Das bedeutet weniger Autos auf unseren Straßen, weniger Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Herstellung und mehr Platz für Menschen. 2010 teilten sich im Durchschnitt 38 Carsharing-Kunden ein Auto.
  • Die Umwelt wird geschont! Dadurch, dass man bei jeder Fahrt das Auto mit den Alternativen Bahn, Fahrrad oder Bus vergleicht, entscheidet man sich öfter für die umweltfreundlicheren und günstigeren Alternativen wie z.B. dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

  • Wer nur ab und zu ein Auto braucht, ist mit Carsharing deutlich günstiger und umweltfreundlicher unterwegs!

  • Wer nicht auf das eigene Auto verzichten kann, weil z.B. die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden kann, kann sich mit mehreren Leuten zu einer Fahrgemeinschaft zusammentun. Das geht privat oder über die Plattformen der Mitfahrzentralen (siehe unten). So fährt man günstiger, umweltfreundlicher und obendrein unterhaltsamer als alleine.

  • Ob mit eigenem Auto oder geteiltem Auto: Durch sparsames Fahren können bis zu 30% der Spritkosten eingespart werden.  Die Verbraucherzentralen haben gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) 10 Spritspartipps zusammengestellt.

 

Weiterführende Informationen

  • Die Carsharing-Anbieter im eigenen Ort findet man ganz leicht mit jeder Suchmaschine und der Eingabe „Carsharing & Mein Ort“. Der Bundesverband CarSharing bietet ebenfalls eine Anbietersuche an.

  • Hier bietet der VCD einen Mustervertrag für privates Carsharing an.

  • Möchte man einfach nur von A nach B kommen und die öffentlichen Verkehrsmittel bieten gerade keine gute Alternative, ist man gut beraten sein Glück bei den Mitfahrzentralen mitfahrgelegenheit.de, mitfahrzentrale.de und flinc zu suchen oder einfach mal wieder den Daumen rauszustrecken.

  • Nicht nur beim Auto: Teilen wird generell immer beliebter – wie genau das aussieht und in welchen Bereichen sich das lohnt zeigt dieser Artikel in der Zeit (12/2011).

  • Grafik zur Entwicklung des Carsharings in Deutschland.