Die Münchner Kronkorken-Challenge

Kronkorken sammeln, die Isar retten und dabei Bierfässer gewinnen? Geht nicht? Geht! Rehab republic zeigte vom 2. bis 30.09.2017 wie. An der Treppe zwischen Isar und Reichenbachbrücke bauten wir eine Art Murmelbahn auf, in die die Münchner*innen ihre Kronkorken werfen konnten.

 

 

Unter allen Einschmeißer*innen verlosten wir dann am 30. September auf der Finissage genau so viele Fässer Bier, wie aus den gesammelten Kronkorken hergestellt werden konnten.

Nach nur drei Wochen hatten die Isarbesucher*innen schon über 8000 Kronkorken in die Installation eingeworfen und sie damit der Isar erspart. Viele von ihnen hatten Fotos gepostet oder eingesandt und nahmen so an der Verlosung um die Bierfässchen teil. Christian Escher von rehab republic:

„Wir wollten den Münchner*innen zeigen, wie viele Kronkorken an der Isar verrosten, statt in neuem Glanz zu erstrahlen. Dass sie nach 3 Wochen schon über 8000 Kronkorken gesammelt haben, hat uns selbst sehr überrascht. Unglaublich, dass so viele potentielle Bierfässer an der Isar herumliegen.“ 

 

 

Nach der Auszählung am Final-Abend stand fest wie viele Kronkorken München in nur vier Wochen gesammelt hatte und wie viele 5-Liter-Fässer Bier daraus recycelt werden konnten. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: 11.116 Kornkorken und damit genügend Weißblech für 44 Fässer Bier kamen zusammen! Wie angekündigt verloste rehab republic diese Anzahl direkt unter den Teilnehmer*innen der Challenge. Die Kronkorken- Champions konnten ihr Fass mit nach Hause nehmen oder noch vor Ort anzapfen und bei Live-Musik anstoßen. Den Sound dazu lieferte, passend zum Spätsommer, die München-Südamerikaner von „Calle Mambo“.

Kronkorken und Kippen an der Isar

Die Münchner*innen lieben ihre Isar. Kinder spielen im Grünen, krabbeln durchs Gras und schwupps: Zigarettenstummel in den Mund gestopft. Alt und Jung trifft sich zum Grillen und Frisbee spielen, und zack: schon wieder in einen Kronkorken getreten. Nur ein Teil des Mülls an der Isar landet im Mülleimer. Vor allem Kronkorken und Zigarettenstummel bleiben oft unsichtbar zurück. Zunächst unter der Grasnarbe und im Sand, landen sie dann in Fußballfüßen und Kinderkrallen, oder werden mit dem nächsten Regen in den Fluss gespült.

Weißblech kann wunderbar recycelt werden.

Das Weißblech, aus dem Kronkorken gemacht sind, ist eine wertvolle Ressource. Es ist zu 100% wiederverwertbar und könnte beispielsweise in Autos, Fahrrädern, Getränkedosen oder Bierfässern zu neuem Glanz erstrahlen. Wir geben die gesammelten Kronkorken direkt zu einem Weißblech-Recycler. So verschonen wir nicht nur die Isar, wir retten auch das kostbare Material.

Lech-Stahlwerke – Recyclingunternehmen und Stahlhersteller

Anfang Dezember fanden wir einen Abnehmer für unsere Kronkorken und fuhren nach Meitingen zu den Lech-Stahlwerken – Bayerns größtes Recyclingunternehmen. Hier werden täglich über 4000 Tonnen Stahlschrott verwertet und daraus Rohstahl erzeugt, der dann als Grundlage für die Herstellung von beispielsweise Baustahl dient. Der große Vorteil von Stahl ist, dass er beliebig oft – ohne Qualitätsverluste – recycelt werden kann und damit ein sehr gutes Beispiel für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ist.

Unsere Kronkorken werden recycelt.

Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung konnten wir die Kronkorken persönlich auf dem riesigen Schrottplatz der Stahlwerke ausschütten. Hier wurden die gesamten 11.116 Kronkorken mit einem Elektromagneten in die Luft gehoben und abtransportiert.

 

Sie landen dann wie der andere Schrott in einem der Elektrolichtbogenöfen, den wir uns bei der anschließenden Werksführung ansehen durften. Der Anblick glich einem Vulkanausbruch aus nächster Nähe. Bei Temperaturen von rund 3500 °C konnten wir hautnah miterleben wie in diesem überdimensionierten „Kochtopf“ der Schrott zu flüssigem Stahl geschmolzen wurde. Abschließend wurden uns noch die Gießanlagen gezeigt, wo der flüssige Stahl, bevor er im Walzwerk verarbeitet wird, zu Rohstahl vergossen wird.

 

Danken möchten wir den Lech-Stahlwerken für ihre Unterstützung, insbesondere Herrn Mangliers und Herrn Heilbrunn, die uns eine großartige Führung durch das Stahlwerk gaben.

Ein großer Dank geht auch natürlich an Huber Packaging, die die Fässer spendiert haben und uns beim Recycling der Kronkorken hervorragend unterstützt haben!

 

 

 

 

 

 

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