Alltag ohne Plastik – Geht das? Fazit: Doro
Nicht ganz, aber…

Die Woche ist um und wie startet man einen neuen Tag nach einem derartigen Selbstversuch? Yeahh, eine neue Situation gibt neues zu berichten. Es war ja schon fast langweilig geworden, so gekonnt wie wir unseren Alltag (fast) ohne Plastik gemeistert haben. 

Ich habe mir erst mal einen strammen Pferdeschwanz mit Haargummi gemacht, dann die Bude mit einem Plastikstaubsauger gesaugt, danach die Anlage angeschmissen, den dicksten Beat aufgelegt und den Hail-to-the-plastic-boogie getanzt. Die Nachbarn wussten schnell: Theaaa is back in thaa hoouuusee! Danach noch joggen gewesen mit MP3-Player im Ohr. Stille kann ja sehr schön sein und ich höre auch gerne, was um mich herum passiert. Genauso genieße ich aber auch die Freiheit, mich durch Kopfhörer von der Außenwelt abkapseln zu können, wenn mir danach ist. Beim Duschen konnte ich mal wieder den Rasierer verwenden und mich danach eincremen.

Also eine militante Ökodiktatorin bin ich in dieser Woche zum Glück nicht geworden. Sehr beruhigend ist das, wie ich finde!

Dennoch konnte ich es nicht lassen, alles nach Kunststoff abzuscannen, als ich heute in der Werkstatt der Uni an meiner Hausarbeit rumgewerkelt habe (Thema Bierlasur, eine Farbe bei der man Pigmente in altem Bier anrührt). Es ist immer dasselbe, was da im Kopf abläuft: Wahrnehmen, überlegen ob’s im gegebenen Fall Sinn macht, dann Alternativen checken. Keine ganz schlechte Angewohnheit, solange man dabei nicht völlig durchdreht.

In einem Labor macht zum Glück oft Glas und Porzellan viel Sinn um Wechselwirkungen mit anderen Materialien zu vermeiden.

Jetzt zu meinen Vorsätzen für die Zukunft: Das, was ich an Kunststoff besitze, werde ich behalten und nutzen. Allerdings sorgsamer damit umgehen und vlt. nicht mehr so viel auf Kugelschreibern rumkauen, wie bisher. Doch bei plastikhaltigen Dingen, die ich mir neu kaufe oder konsumiere, werde ich in Zukunft sehr genau nachdenken, ob ich sie wirklich brauche und ob es Alternativen gibt. Bestimmt werde ich nicht bei jedem Kuchen den ich backe, lose Nüsse knacken und raspeln, aber gearde bei Obst und Gemüse, Backwaren, Getränken, Kosmetik und Putzmaterialien besteht Einsparungspotential. So viel Zeug braucht man überhaupt nicht. Ganz ehrlich, zum Teil war es recht erholsam mit so wenig Dingen auszukommen. Man hat nicht die ganze Zeit so einen Stress sich für irgendwas entscheiden zu müssen. Einige getrocknete Lebensmittel gibt es auch in Großpackungen. Wie wäre es damit, sich mit anderen Menschen zusammen zu tun und sich solche Produkte zu teilen? Dann kann sich jeder seinen Teil in ein altes Glas abfüllen und man spart Material und Kosten.

Es gibt viele Möglichkeiten und letztendlich muss jeder von uns individuell entscheiden, wo er bereit ist Kompromisse zu machen und was ihm wichtig ist. Was sind eure Ideen, habt ihr Tips die diese Woche noch nicht vorgeschlagen wurden? Wir freuen uns über Unterstützung.

Ich hoffe von euch zu hören, denn es ist doch seltsam in die Welt raus zu erzählen und gar nicht zu wissen, was bei dabei ankommt.

War schön für euch zu schreiben und ich hoffe wir konnten auch euch damit erfreuen und vlt. das ein oder andere in euch bewegen.

Allerliebste Grüße, Dorothea

ps. heute getestet und für gut befunden: biologisch abbaubare Kaugummis ohne Erdöl und waschen mit Waschnüssen.

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