Alltag ohne Plastik- Geht das?
Tag 2: Plastikkleider raus?

Wie angekündigt hab ich heute versucht Toilettenpapier zu kaufen, das nicht in Plastik eingepackt ist und eine Zahnbürste stand auch auf dem Einkaufszettel. Ich bin in die ganz normalen Supermärkte, Drogeriemärkte, Biomärkte und in ein türkisches, chinesisches und afrikanisches Geschäft gegangen, habe gefragt ob sie auch Zahnbürsten oder Toilettenpapier ohne Plastik verkaufen, habe skeptische und verwunderte Blicke geerntet und immer wieder die Frage: „Warum?“ – „Ich will kein Plastik mehr kaufen.“ – „Aha…“ und ein noch verwunderterer Blick. „Nein, damit kann ich nicht dienen.“ – „Schade!“ Ahh!

Im Internet habe ich eine Holzzahnbürste mit Schweineborsten gefunden. Nur leider kommt die ja nicht unverpackt. Deshalb ist das leider auch keine Alternative für diese Woche.

Nun, heute ist der zweite Tag unseres Versuchs und ich werde wohl erst einmal weiter mit der Plastikzahnbürste und dem Toilettenpapier aus der Plastikhülle auskommen müssen, auch wenn ich nicht glauben mag, dass es dafür keine verfügbaren Alternativen gibt. Ich bleibe dran, kämpfe mich durch den Geschäftedschungel der Stadt und putzte einstweilen meine Zähne mit Plastikbürste und Zahnputztabs aus dem Papierdöschen. Dafür werde ich an anderer Stelle auf Plastik verzichten: dem Fahrrad. Ich werde also die halbe Stunde Fußmarsch zur Schule in Kauf nehmen.

DSC_0193Anders als bei den Kosmetikverpackungen, ist das Plastik in den Klamotten allerdings nicht so einseitig überflüssig zu betrachten. Hier finden häufig PET Flaschen eine Wiederverwendung, aus denen man, eingeschmolzen, ein hochwertiges Polyestergarn herstellt. So kann man das Polyester in unseren Sportklamotten, Fleece- und Regenjacken nicht generell verteufeln. Zumal auch die Herstellung von Naturfasern, wie der Baumwolle, keinesfalls unproblematisch ist. Zum Färben werden Giftstoffe verwendet, die dann in die Umwelt und unseren Körper gelangen können, die Herstellung erfolgt häufig nicht unter fairen und menschenwürdigen Bedingungen und so stellt sich natürlich die Frage, ob man auf Kunststofffasern verzichten muss. Grundsätzlich sollten wir, vor allem, wie ich beim Blick in meinem Kleiderschrank feststelle, mehr darauf achten Klamotten fair, second hand und ökologisch zu kaufen (zum Beispiel bei greenality, armedangels, hess-natur, avocado-store, im Secondhand-Laden um die Ecke oder bei kleiderkreisel). Ja, und auch nicht so oft shoppen zu gehen und dafür mehr auf langlebige Produkte setzten. Dann ist auch ein Polyesteranteil gar nicht mehr so sehr zu verteufeln, weil er doch der Plastikflasche ein zweites Leben schenkt.

Nichtsdestotrotz sind Polyester, Elasthan und Co. für uns in dieser Woche natürlich nicht erlaubt. Anders als Viskose, dessen Grundstoff Cellulose aus Sägespänen gewonnen wird. Und trotzdem den Anteil der Klamotten, die ich diese Woche anziehen darf ist im Vergleich zu dem Anteil derer die ich nicht anziehen darf, verschwindend gering. Vielleicht ein Sechstel? Uh.

So, jetzt noch ein kleiner Besuch im Stadtpark. Ich hoffe noch Kastanien zu finden. Immerhin hat´s hier noch nicht geschneit. Was man damit anstellen kann, werde ich morgen ausprobieren. Und ihr könnt es dann hier erfahren!

Bis morgen also,

Maria