Alltag ohne Plastik – Geht das?
Tag 1: Kunststoffkosmetik

Ein herzliches „Hallo!“ auch von mir!

Ich, Maria, bin zur Zeit nicht in Deutschland, sondern arbeite für sechs Monate als Deutschlehrerin an einer niederländischen Schule. Doch auch von hier lässt sich mit einem  Alltag ohne Plastik wunderbar experimentieren. Wenngleich auch ein Blick durch das Plastikmeer des Supermarktes sagt: Dorothea hat es einfacher!

Und schon hat sie angefangen, die Woche ohne Plastik: Geduscht wird mit Seife (Papierverpackung versteht sich), Klamotten werden auf ihren Polyamid-Anteil geprüft und dahin gehend aussortiert (Was dabei über bleibt ist erstaunlich wenig: eine Jeans, eine Hose, ein paar Baumwollhemden und Blusen, ein, zwei reine Wollpullover und Socken). Was also ziehe an? Die Auswahl für die kommende Woche lässt da kaum eine Wahl. Ich trauere ein bisschen um die, die ich nun nicht anziehen kann. Aber Wahnsinn, so viel Plastik in den Klamotten?

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Und erst die Kosmetik! Ich habe heute Morgen zwar mit Seife geduscht und auch die Haare mit normaler Seife gewaschen (eine Spülung habe ich bei Lush in fester Form und in einem Papiertütchen verpackt bekommen, was mich und meine lange Haare sehr erfreut hat ), was toll war. Weiche Haut, glänzende Haare. Leider sind aber nicht nur Duschgel und Shampoo in Plastik verpackt. Auch Schminke, Zahnbürste und –pasta, Toilettenpapier, Abschminkmittel, Deo, Gesichtspflege, Bodylotion, … ALLES ist in Plastik verpackt! Geht das nicht auch ohne? Nun, bei Lush habe ich glücklicherweise auch ein festes Deo ohne Verpackung bekommen. Es gibt aber auch Deokristalle, die sich mit ein bisschen Glück auch unverpackt finden lassen. Doch Make-up, Mascara, Eyeliner? Fehlanzeige. Ich gehe ungeschminkt und dank der Plastiknoppen auf meiner Holzhaarbürste auch nur mit einer Zehn-Finger-Frisur aus dem Haus. Danke, Plastik-Welt!

DSC_0155Beim Zähneputzen habe ich mehr Glück als Dorothea. Ich putze mit kleinen Tabs aus einem Papierdöschen. Sie geben mir wirklich das Gefühl sauberer und frisch geputzter Zähne! Oh bin ich dankbar dafür!!  Leider muss ich noch eine Alternative für meine Zahnbürste (immerhin mit Wechselkopf) finden.Auch mein Toilettenpapier ist übrigens in recyceltem Plastik verpackt gewesen, wie ich gerade entdeckt habe. Es ist unfassbar, worauf man immer wieder stößt! Morgen beim Einkauf will ich unbedingt nach einem in Papierverpackung suchen. Gibt es das überhaupt noch? Und warum muss Kosmetik eigentlich in Plastik verpackt sein? Ich schreibe an The BodyShop. Sie antworten mir, dass es den Versuch gab die Produkte statt in Plastik in  “ ‚Einmachgläsern‘  (Gläser mit Bügelverschluss), Gläsern mit Korkverschluss oder Flaschen aus Glas“ anzubieten. Allerdings, habe es Einwände von Kunden gegeben („zu schwer zum Transport nach Hause, Papier-Tüten reißen, Bruchgefahr zu Hause im Bad plus Folgebruchschäden in Becken/Dusche und auf Fliesen, weil die Sachen ja bei feuchten oder eingecremten Händen doch ganz gerne aus der Hand rutschen“) und deshalb habe man es gestoppt und verwende jetzt nach Möglichkeit recycelte Kunststoffe. Na toll.

Unsere Spielregeln

Da es Winter ist und wir arbeiten bzw. in die Uni gehen müssen, also unseren ganz normalen Alltag weiterleben, haben wir uns auf einige Ausnahmen in unserem Versuch geeinigt. So verwenden wir zum Beispiel Laptop und Kamera und unsere Fahrräder trotz des vielen Plastiks. Auch Schuhe, wie es Dorothea schon angesprochen hat, werden wir anziehen, obwohl sie eine Plastiksohle haben und den dicken Wintermantel, wenn es sein muss. Wir werden jedoch die Schuhe und die Klamotten benutzen, die den geringsten Plastik-Anteil haben und es ebenso bei anderen auftretenden Problemen machen. Es geht uns in unserem Versuch nämlich weniger darum, ein Aussteigerleben zu führen, sondern vielmehr darum zu sehen, ob man nicht seinen ganz normalen Alltag mit viel weniger, kaum, also beinah ohne Plastik bewältigen kann.

 

Also, auf einen neuen guten Morgen ohne Zahnbürste und Co.!

Maria

 

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