Corona ändert alles. Lasst uns die Chance nutzen!

Corona ändert alles. Lasst uns die Chance nutzen!
Von Markus Mitterer

Wir leben in spannenden Zeiten.
Wir alle haben keinen blassen Schimmer, wie die nächsten Monate ausschauen werden, aber soviel ist sicher: Wir sind nicht in zwei, drei Wochen zurück im Alltag und alles ist wie immer. Vermutlich wird es in vielerlei Hinsicht nie wieder werden wie vorher – und das ist okay! Denn vorher war vieles nicht okay!
Man muss kein Prophet sein: In Jahrzehnten werden wir das Jahr 2020 als das Corona-Jahr in Erinnerung haben. Und es wird eine Zeit vor Corona geben. Und eine Zeit danach. Die Corona-Krise wird extrem viel verändern. „Veränderung? Oh nein, bitte nicht!“ Wir Menschen sind meistens skeptisch, was größere Umbrüche angeht, haben Ängste. Aber hey, wir haben allen Grund optimistisch zu sein: Viele der Veränderungen könnten langfristig ein Segen für die Menschheit sein.

Corona ist nicht (nur) gut

Vorweg sei klargestellt: Corona soll hier nicht verherrlicht werden. Die Ausbreitung von SARS-CoV-2 alias Corona bringt viel, viel Leid und Schmerz auf unterschiedlichsten Ebenen mit sich. Tausende sind bereits an den Folgen gestorben, aller Voraussicht nach werden leider noch Hunderttausende, vielleicht Millionen Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit zu Tode kommen. Über alle Schichten hinweg wird es Menschen treffen – am Schlimmsten trifft es ältere Menschen mit Vorerkrankungen in medizinisch schlecht versorgten Regionen unserer Erde. Während wir hierzulande täglich aktuelle Todesfälle zählen, werden wir auf Grund fehlender Diagnostik nie wissen, wie viele Menschen in Ländern des globalen Südens am Virus sterben werden. Indigene Völker, Menschen in Favelas oder Slums und Geflüchtete, die in Griechenland, der Türkei, in Syrien oder im Iran ausharren, sind besonders gefährdet. Es wird hunderttausende herzzerreißende Einzelschicksale geben.

Aber damit nicht genug – die gegen die Ausbreitung des Virus vorgenommen Maßnahmen führen darüber hinaus zu schwerwiegenden wirtschaftlichen und psychologischen Folgen. Menschen verlieren ihren Job, ihre Existenz, andere dürfen beim Abschiednehmen von geliebten Menschen nicht dabei sein. Der Anstieg häuslicher Gewalt wird prognostiziert und teilweise schon gemessen. Menschen bewegen sich über Monate hinweg sehr wenig, haben wenige soziale Kontakte, was wiederum unvorhersehbare gesundheitliche und psychische Folgen mit sich bringt. Kurz: Corona ist für sehr viele Menschen auf der Erde eine kleinere oder riesige Katastrophe.

Das Leid können wir zwar nicht verhindern aber wir können es reduzieren. Und wir können versuchen, diese Krise zu nutzen, in dem wir optimistisch nach vorne blicken und darin das sehen, was sie sein könnte:

Die Corona-Zeit ist eine Chance.

Eine Chance, an dem Miteinander, das es gerade gibt, festzuhalten und anzuknüpfen.

Eine Chance, das Gesundheitssystem auf Dauer auf solidere Beine zu stellen. Weg vom Zwang der Wirtschaftlichkeit, hin zu besserer Ausrüstung und vor allem besseren Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen.

Eine Chance, dass Videokonferenzen viele Kurztrips zu Geschäftsterminen ablösen. Weil wir merken, dass digitale Treffen nicht nur umweltfreundlicher sondern auch günstiger und oft auch noch effizienter sind.

Eine Chance, dass wir wieder erkennen, was wichtig ist im Leben: Gesundheit, Lebensmittel, eine intakte Umwelt, nette Nachbarn, Freundinnen, Familie – und Klopapier?

Eine Chance, dass flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei noch mehr Arbeitgebern zur Regel werden.

Eine Chance, dass Berufe, die wir jetzt in dieser Krise so sehr brauchen in Zukunft wieder mehr wertgeschätzt werden. Und zwar nicht nur durch ein Lächeln und Applaus, sondern durch mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Eine Chance, Wildtiermärkte zu schließen. Ebola, SARS, COVID-19… viele Krankheiten haben ihren Ursprung im engen Kontakt zu Wildtieren. Wenn wir den Handel schon nicht der Tiere wegen schließen – vielleicht machen wir es uns zu Liebe?

Eine Chance, dass Geld und Konsum in unserem Leben eine geringe Rolle spielen werden.

Ein Chance, dass wir endlich auch von Unternehmen einfordern, solidarisch zu handeln.

Ein Chance, dass wir Nachbarn besser kennenlernen und uns in Zukunft öfter gegenseitig aushelfen und Dinge miteinander teilen.

Dass wir diese Chancen derzeit nicht auf den ersten Blick sehen, ist verständlich. Der Fokus liegt momentan – manchmal zurecht – noch auf den Risiken, den Ängsten und den Befürchtungen. Aber das muss nicht so bleiben.

Erstmal ist fast nichts mehr sicher

Wir erfahren in diesen spannenden Zeiten hautnah, dass nichts gegeben und sicher ist. Wir merken, dass wir als Menschen und als Gesellschaft verwundbar sind. Und das ist neu, denn das sind wir in der westlichen Welt und speziell in Mitteleuropa seit Jahrzehnten nicht gewohnt. Echte Krisen kennen wir nur aus dem Kino, den Nachrichten oder von Netflix. Das was in vielen Regionen, die von Krieg und Naturkatastrophen stärker getroffen wurden, eher die Regel ist, ist für viele von uns schwer zu verstehen und schwer auszuhalten.

Dass wir mal aus unserem Schlaraffenland herausgerissen werden, ist nicht für alle eine Überraschung. Viele ahnen schon länger, dass dieses System in dem wir uns befinden, das auf Globalisierung, auf immer weiter, immer schneller, immer vernetzter, immer mehr aus ist und viele Verlierer hinterlässt und viel zu viele Ressourcen verschlingt, auf Dauer nicht funktionieren kann. Nicht für die menschliche Psyche, nicht für den Planeten und damit auch nicht für die Menschheit.

Momentan schafft es ein kleiner Virus uns vor Augen zu führen, wie labil dieses System ist, das wir erschaffen haben. Und trotzdem wird Corona bei weitem nicht das Schlimmste sein, mit dem es die Menschheit im 21. Jahrhundert zu tun bekommt – auch dazu muss man kein Prophet sein, sondern nur der Wissenschaft glauben. Und das tun wir zur Zeit zum Glück ja wieder mehr.

Anders als in der Corona-Krise werden in Zukunft bei Klimakrisen, wie langanhaltenden Dürren oder anderen prognostizierten Umweltkatastrophen, nicht nur Klopapier-Regale leer sein, sondern auch Regale mit Lebensmitteln. Wenn Felder nicht mehr fruchtbar sind oder nicht mehr bewässert werden können, wenn auch bei uns nicht mehr aus jedem Wasserhahn sauberes Wasser kommt, wenn auch junge Menschen Angst um ihr Leben haben, wenn hungernde Menschen zu uns kommen, dann werden die Folgen und Reaktionen ungleich anders sein.

Umso wichtiger ist es, aus der jetzigen Zeit zu lernen. Damit wir später mal sagen können: Diese Zeit mit dem Homeoffice, der Kurzarbeit und den Kindern daheim war echt die größte Krise meines Lebens. Ach, wär das schön. Und in dieser größten Krise können wir, wenn wir genau hinschauen, sogar noch sehr viel lernen.

Was wir aus der Zeit mitmehmen können: 13 Lehren aus der Coronakrise.

Wir merken gerade wie wichtig Gesundheit, Gemeinschaft und ein funktionierender Staat sind. Aber das ist bei weitem noch nicht alles.

1. Wir sitzen alle im selben Boot.
Egal wie wir ausschauen, egal wie viel Geld wir auf dem Konto haben, egal wo wir geboren sind, egal wen wir lieben. Wir alle haben mehr gemeinsam, als wir manchmal denken. Wir sind verwundbar, haben Ängste, sind traurig, sind optimistisch, lachen. Und wir haben eigentlich alle sehr ähnliche Bedürfnisse und lernen gerade alle wieder die kleinen Dinge zu schätzen: gesund sein, an der frischen Luft Spazierengehen, Sonnenstrahlen spüren, Körperkontakte oder leckeres Essen.

2. Wir merken, was wirklich wichtig ist.
Gesundheit, gute soziale Beziehungen, ein Dach über dem Kopf, in dem wir uns wohlfühlen und gute Lebensmittel sind wichtiger als alles andere. Das ist alles nicht einfach so da, dafür müssen wir uns einsetzen. Für die Gesundheit und gute Nahrungsmittel brauchen wir eine intakte Umwelt, ein funktionierendes Gesundheitssystem und eine krisensichere Wirtschaft.

3. Wir sind alle voneinander abhängig.
Ob Staaten, Nachbarn, Unternehmen – egal auf welcher Ebene: In diesen Zeiten merken wir, dass in einer so komplexen Welt alles voneinander abhängt und wir alleine gar nichts sind und nichts können. Wir brauchen einander! Umso wichtiger ist der Blick über den Tellerrand und die Unterstützung von Menschen, die weniger haben.

4. Geschlossene Grenzen sind keine Lösung.
Wenn die Spargelstecher*innen aus Polen oder Bulgarien nicht kommen können, man die Familienangehörigen im benachbarten Dorf nicht besuchen kann, weil eine Grenze dazwischen ist oder wenn der langgeplante Urlaub nicht möglich ist, merkt man, was dem Großteil der Bevölkerung schon lange klar war: Das Fordern von geschlossenen Grenzen ist populistisch und kurzsichtig… vorsichtig ausgedrückt. Hallo AfD!

5. Das Gehalt hat nichts mit dem Nutzen einer Tätigkeit für die Gesellschaft zu tun.
Wenn auch unbewusst wurden bisher Menschen, die viel Geld verdienen, im Allgemeinen mehr wertgeschätzt. Zum Glück ändert sich die Wertschätzung von Menschen und Berufen derzeit dramatisch. Wir merken, dass „systemrelevante“ Jobs oft unterbezahlt sind. Systemrelevant sind 2020 nicht Banken sondern LKW-Fahrer, Bäuerinnen, Ärztinnen, Supermarktkassierer, Krankenpfleger und Polizistinnen. Es wird deutlich, welche Berufe für das Wohlergehen der Gesellschaft besonders wichtig sind und dass es falsch ist, diese sowohl finanziell als auch im gesellschaftlichen Umgang so wenig wertzuschätzen.

6. Zusammenhalt macht zufriedener als egoistisches Hamstern.
Von Hamsterkäufern und Desinfektionsmitteldieben abgesehen ist doch das Schöne: Viele sehen sich zur Zeit mehr als Teil einer Gemeinschaft als zuvor. Fußballfans solidarisieren sich mit Pflegekräften, anstatt gegen andere Vereine oder Unternehmer zu poltern. Nachbarschaften helfen sich einander mehr statt sich über Schuhe im Treppenhaus aufzuregen. Dem Mensch hinter der Supermarktkasse wird dankbarer und wertschätzender begegnet und Anweisungen von Polizei oder Staat wird lieber entsprochen.
Der positive Nebeneffekt: es geht uns allen dabei besser, wenn man für kleine Aufmerksamkeiten ein Lächeln erhält. Das schweißt zusammen und macht uns zufriedener.

7. Ein starker Staat ist wichtiger als eine freie Wirtschaft und starke Unternehmen.
Natürlich ruft gerade niemand nach Steuersenkungen, weniger Regeln für Betriebe und mehr Markt. Denn gerade in Krisen wie diesen wird deutlich, dass nur ein starker Staat den Benachteiligten helfen und dafür sorgen kann, dass es der Allgemeinheit gut geht. Die freie Marktwirtschaft übersteht dagegen Krisen ohne Unterstützung nicht. Auch wenn staatliche Hilfen jetzt geboten sind, müssen wir uns gleichzeitig fragen, inwieweit es fair ist, dass in guten Zeiten, Kapitalanleger*innen und Manager*innen die Gewinne erwirtschaften und in schlechten Zeiten der Staat und damit wir alle einspringen.

8. Lokale Wirtschaftskreisläufe sind widerstandsfähiger.
In dieser Krisensituation wird deutlich: Regionalisierung der Wirtschaft hilft nicht nur der Umwelt. Regionalisierung sorgt für weniger Transporte, weniger Energieverbrauch, macht uns gegenüber Krisen widerstandsfähiger und baut Ungleichheiten zwischen und innerhalb Staaten ab. Derzeit müssen wir schmerzhaft feststellen, dass es keinen Sinn macht, der Kosten wegen die Produktion von wichtigen Gütern komplett ins Ausland verlagern.

9. Eigentum verpflichtet.
Wenn Vermieter*innen ihren Mieter*innen, die gerade weniger Einkommen haben, die Miete erlassen, wenn Gutverdiener*innen zum Wohl des Vereins oder der Firma auf Gehalt verzichten oder wenn Menschen, die einfach so viel haben, dass sie es nicht sinnvoll ausgeben können, den Menschen was abgeben, die es gerade dringender brauchen, dann wird die Verantwortung wahrgenommen, wie sie im Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet. Schade, dass es Corona dafür braucht.

10. Die Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht andersrum.
Es ist direkt erfrischend, wie das derzeit regelmäßig aus der Reihen der Politik vernommen werden kann: Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen ist wichtiger als die Wirtschaft. Das sollten wir uns merken.

11. Populisten haben keine Lösungen parat.
Die Menschen und Parteien, die sonst laut sind, wenn es um das Hetzen gegen einzelne Personengruppen geht, haben zur Lösung von wirklichen Problemen und zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen.

12. Der Wissenschaft sollte man zuhören und das politische Handeln danach ausrichten.
„Wir hören auf die Experten und werden die Maßnahmen umsetzen, die notwendig sind“. Solche Sätze hört man derzeit oft aus der Politik. Das geht bei vielen Menschen aus der Wissenschaft runter wie Öl. Und gleichzeitig muss sich die Politik fragen lassen, warum sie das bei Themen, die auf Grund der Datenlage wissenschaftlich viel mehr bewiesen sind und die größeres Leid verursachen werden, nicht genau so sehen. Klimakrisen, Plastikverschmutzung, Bodenverlust oder Artenvielfalt sind Probleme, die sich nicht unmittelbar auswirken und die nicht so leicht und schnell innerhalb eines Landes zu lösen sind. Werden sie bisher deshalb nicht ernsthaft angegangen? Oder weil man damit bisher keine Wahlen gewinnen konnte? Auf jeden Fall müssen wir die Politik auch bei anderen Krisen an ihre Worte erinnern und Warnungen und Empfehlungen aus der Wissenschaft ernst nehmen.

13. Geht nicht, gibt‘s nicht. Veränderungen sind möglich!
Unsere Vorstellungskraft wird gerade neu geweckt. Corona kann eine Welt ermöglichen, wie wir sie noch vor kurzem als unvorstellbar abgetan haben. Wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass über 4 Milliarden Menschen aufgerufen werden, daheim zu bleiben und nur im Ausnahmefall vor die Tür zu gehen? Wer hätte gedacht, dass man Weltmeisterschaften und Olympiaden ins nächste Jahr schiebt? Wer hätte gedacht, dass Grenzen geschlossen werden, fast niemand mehr fliegt und der Großteil der Schulen zu sind?
Wenn uns Corona etwas lehrt, ist es das: Eine Welt, wie wir sie uns vor einem Monat nicht vorstellen konnten, ist möglich. Warum sollen nicht auch andere Änderungen möglich sein? Es geht nicht schnell ohne Kohlestrom? Wir können nicht auf Massentierhaltung verzichten? Eine 25-Stunden-Woche ist nicht möglich? Der Kurztrip zum Shoppen oder zum Fußballspiel schauen ist unverzichtbar? Ohne Wirtschaftswachstum geht‘s nicht? Ohne regelmäßige Flugreisen keine Zufriedenheit? Sicher? Hmmm…. Gewiss kommt das nicht von alleine und besser auch nicht von heute auf morgen. Aber wir alle haben es ein bisschen selbst in der Hand, nötige Veränderungen anzustoßen.

Wie wir die Chancen nutzen können – im Privaten und als Gesellschaft

Wenn wir wollen, können wir also viel lernen und die Corona-Krise wirklich als Chance begreifen. Was heißt das aber konkret? Was müssen wir tun, damit wir nach Corona besser da stehen als vorher? Blicken wir zuerst auf das Persönliche und dann auf das Gesellschaftliche.

Im Persönlichen: Mal zur Ruhe kommen und Besinnen.

Die gute Nachricht ist: Nie ist es einfacher, Gewohnheiten zu ändern, als dann, wenn man eh plötzlich alles anders macht. Auf einmal sind wir zu weniger Konsum, Verzicht auf Flugverkehr und Entschleunigung gezwungen. Bevor wir in unseren alten Alltag zurückkehren, lohnt es sich, zu überlegen, welche Handlungen wir uns vielleicht abgewöhnen und welche wir neu ausprobieren wollen.

Manche sind gerade erst mal überfordert mir der Situation, die alles ändert, manche stresst die Umstellung des Alltags und dass man sich neben dem Homeoffice, den Einkäufen auch noch rund um die Uhr um die Kindererziehung kümmern muss.
Klar, alles halbwegs berechtigte Sorgen aber ganz ehrlich: Wenn wir über Homeoffice meckern oder über die trockenen Hände vom vielen Händewaschen oder dass wir unsere Kinder ein paar Wochen rund um die Uhr verpflegen müssen – dann wissen wir, dass es uns eigentlich sehr gut geht.

Viele nutzen aber gerade die erzwungene Auszeit, um sich Fragen zu stellen, wie wir sie uns in diesen schnelllebigen Zeiten zwischen Fast-Fashion, Arbeiten, Engagieren, um Freunde kümmern, Work-Life-Balance-Jonglieren, Online-Shopping, schnell noch was twittern und dringend-weit-weg-in-den-Urlaub-fliegen kaum noch gestellt haben:
Was ist mir wirklich wichtig?
Mit wem möchte ich meine Zeit verbringen?
Wofür will ich arbeiten?
Welche Tätigkeiten machen mich glücklich?
Wie kann ich anderen eine Freude bereiten?
Wie viel Zeug brauch‘ ich, um glücklich zu sein?
Was brauch‘ ich vielleicht nicht mehr?
Bei wem habe ich mich schon viel zu lange nicht gemeldet?
Wie kann ich mich so verhalten, dass die anderen 8 Milliarden Menschen auch so leben können wie ich?
Wie will ich Menschen in Erinnerung bleiben?
Welche Reisen, Events, Gebrauchsgegenstände und welchen Konsum lass‘ ich in Zukunft weg?

Diese Fragen können helfen, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Wir können neu überlegen, welche Gewohnheiten wir vielleicht sein lassen und wie wir in Zukunft unsere Zeit und unser Geld einsetzen, damit es uns und unseren Mitmenschen gut geht. Wir können den Blick noch mehr auf Menschen in unserem Umfeld werfen. Wie kann ich der Kassiererin, dem Nachbarn, dem Busfahrer, der Polizistin oder der Reinigungskraft mal was Gutes tun? Wie kann ich so konsumieren, dass auch der Landwirt oder der Arbeiter gut vom Einkommen leben können?
Vielleicht definieren wir uns nach Corona nicht mehr so sehr durch unseren Konsum sondern über Solidarität, Kreativität und füreinander da sein. Träumen wird man ja noch dürfen.

Der Geldbeutel entscheidet

Wir müssen damit nicht bis nach Corona warten. Gerade jetzt können wir solidarisch sein. Und einfach helfen: für Nachbarn einkaufen, Freundinnen zuhören oder dem Laden um die Ecke einen Gutschein abkaufen. Oder das Ticket für das Konzert des Lieblingskünstlers nicht zurückfordern. Unsere Kaufentscheidungen machen einen Unterschied. Wie immer entscheiden wir mit unserem Geldbeutel mit, in welcher Welt wir leben. Wir – zumindest die, deren Einkommen gerade nicht drastisch gesunken ist – können unser Geld jetzt in Läden um die Ecke, in Kulturschaffende, in Gutscheine, in Online-Kurse, in Yoga-Stunden, in Crowdfundings, in Genossenschaften, in Erneuerbare Energien investieren. Hier ist das Geld sicher besser aufgehoben als bei Großkonzernen. Durch jede Bestellung bei Amazon & Co verschärfen wir gerade die Notlage von kleinen Läden. Vielleicht nutzen wir die Zeit, um zu überlegen, was wir wirklich brauchen und recherchieren, wo wir die Sachen möglichst nachhaltig in der Umgebung herbekommen, sobald die Läden wieder offen sind?

Das Gute am solidarisch sein: Uns selber geht es dabei besser und das Glück hält länger an als beim schnellen Klick auf den „Kaufen“-Button.
Und noch besser geht‘s uns, wenn wir nicht vergessen, dass Humor und Menschlichkeit, Lachen und Nächstenliebe gerade in schwierigen Zeiten gute Begleiter sind. Mit einer guten Mischung aus „Ein bisschen Spaß muss sein“ und „Heal the world“ läuft das auch mit dem daheim bleiben ohne zu viel meckern zu müssen.

Unsere individuellen Handlungen können unsere Welt verändern. Darüber hinaus bedarf es aber noch größeren Veränderungen, die wir alleine nicht hinbekommen. Hierfür braucht es uns als Gesellschaft bzw. vor allem die Politik.

Im Gesellschaftlichen: Eine andere Welt aufbauen: Solidarität, Freiheit und ein anderes Wirtschaften

Konzentrieren wir uns dabei mal auf drei Bereiche: Solidarität über die Staatsgrenzen hinaus, Freiheitsrechte und Wirtschaft.

Blick über den Tellerrand – heute vielleicht wichtiger als je zuvor.

Nicht nur in der Nachbarschaft, in der Gemeinde und in unserem Land ist jetzt Solidarität gefragt. Wenn schon wir in einem Land mit einem der besten Gesundheitssysteme der Welt und guter wirtschaftlicher Lage riesige Probleme haben – wie schaut es dann erst in ärmeren Regionen unserer Erde aus? Oder in Gegenden, wo nicht so viele einfach im Homeoffice weiterarbeiten können, weil die meisten Jobs vom Tourismus abhängen, den es derzeit gar nicht mehr gibt.
Bei allem Verständnis für Ängste, die wir gerade in Deutschland haben. Ein Blick in die Welt hilft uns, unsere privilegierte Situation besser einzuschätzen und uns nicht damit zufrieden zu geben, heil aus der Situation raus kommen.

Denen helfen, die kein Zuhause haben, in dem sie bleiben könnten.

Wir merken gerade, wie wichtig es ist, einen Rückzugsort zu haben, an dem wir uns Wohlfühlen. Viele Menschen auf der Erde haben einen solchen leider nicht. Vielleicht handeln wir jetzt mal schnell und evakuieren endlich die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln, weil dort schon ohne Corona schreckliche Bedingungen herrschen. Mit Corona mag man sich die Situation dort nicht ausmalen.

Ein Europa.

Der Europäischen Union haben wir viel zu verdanken: zum Beispiel unsere gute wirtschaftliche Lage und jahrzehntelangen Frieden. In der Corona-Krise wird sich auch zeigen, ob Europa weiter fortbestehen kann. Hier gilt es nun, Interessen einzelner Staaten hinten anzustellen und die Wirtschaft in ganz Europa wieder aufzubauen. Denn ohne ein geeintes Europa werden wir kommende Krisen nicht verhindern.

Wo bleibt die Unterstützung für den Globalen Süden? Und kommt jetzt endlich eine überfällige andere Handelspolitik?

Warum derzeit kaum jemand über den Globalen Süden und über Afrika im Speziellen spricht, ist mir ein Rätsel. Vielleicht weil man nicht weiß, was man sagen oder schreiben soll? Oder weil dort der Tod eh mehr zum Alltag gehört als bei uns? Das in vielen Gegenden sehr schlecht ausgestattete Gesundheitssystem wird mehr als aussichtslos überfordert sein, auch wenn man mehr Erfahrungen mit Epidemien hat. Aufrufe zum Händewaschen und „social distancing“ funktionieren in manchen Gegenden wie bei uns, sind aber unter den Bedingungen in Slums ein Witz. Das öffentliche Leben wie bei uns zu schließen, wird kaum funktionieren. Ausgangssperren sind nicht einzuhalten für Menschen, die keine Rücklagen haben und sich keine Essensvorräte einkaufen können. Größere Unruhen bis hin zu Bürgerkriegen sind laut Hilfsorganisationen zu befürchten.

Denken wir erst daran, afrikanische Regionen zu unterstützen, wenn das Zusammenbrechen von Wirtschaft und ganzen Staaten neue Flüchtlingsströme erzeugt, wird es zu spät sein – für viele Menschenleben und für das eher egoistische Verhindern von Auswirkungen durch Zuwanderung nach Europa.
Die bisher lächerlichen Hilfsmittel von 5 Millionen Euro aus Deutschland sollten in jedem Fall schnell verzigfacht werden und in Absprache mit den Staaten im Globalen Süden sollten internationale Hilfen organisiert werden.
Nachdem Afrika Menschen aus westlichen Ländern schon seit einigen Wochen aussperrt, fehlt viel Geld. Eine Hoffnung könnte sein, dass man dadurch zu neuem Selbstbewusstsein kommt und die Abhängigkeiten von anderen Kontinenten reduziert werden kann.

Womöglich ist das ein guter Zeitpunkt, jetzt unsere bisherige Handelspolitik und Entwicklungszusammenarbeit grundsätzlich zu überdenken und den Aufbau unabhängiger Wirtschaftsstrukturen im Globalen Süden zu fördern, statt immer neue Abhängigkeiten zu schaffen. Vielleicht nutzen wir die Corona-Zeit, um Verantwortung zu übernehmen und Klimaschuld und koloniale Schulden zurückzuzahlen? Nur so können wir Ungleichheiten abbauen, damit sich die Lebensstandards langsam angleichen.

Geben, egal was es kostet

Wir haben gerade selbst existenzielle wirtschaftliche Probleme und sollen auch noch anderen helfen? Ja!

Können wir uns das leisten? Keine Ahnung – aber es ist gut, wenn wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass der übermäßige Konsum und der verschwenderische Lebensstil der letzten Jahrzehnte ein Ende haben wird. In den letzten Wochen konnten wir feststellen, dass wir auch mit weniger Konsum und Verschwendung gut klarkommen und dass andere Dinge wichtig sind. Wenn die soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft abnimmt und wir den Kuchen gerechter verteilen, wird es zu verkraften sein, wenn der Kuchen ein bisschen kleiner ausfällt.

Auch in Corona-Zeiten: Freiheit bewahren und Vorsicht beim Einordnen von richtig & falsch

Auch wenn das ein heikles Thema ist und auch wenn es gerade bei Umfragen eine große Mehrheit für noch mehr Ausgangsbeschränkungen gibt – und sogar für Ausgangssperren. Lasst uns diskutieren, wie wir mit Corona und geringeren Beschränkungen leben können. Denn Corona wird uns mindestens bis ins Jahr 2021 beschäftigen. Und so lange wird es gewisse Einschränkungen geben. Aber welche?
Ich mag klar sagen: ich halte Maßnahmen, die die Freiheit von Menschen und Unternehmen gerade einschränken für richtig und zwingend notwendig. Sie retten Leben! Auch wenn wir derzeit noch nicht genau wissen, welche Maßnahmen wirklich effektiv und welche notwendig sind, ist es verständlich, dass die Entscheider*innen jetzt gerade auf Nummer sicher gehen. Das heißt: Mit Blick auf überfüllte Corona-Stationen in Krankenhäusern dürfen wir ruhig lieber erst mal schärfere Maßnahmen umsetzen, statt danach zu merken, dass es zu wenig war.

Konsequentes Handeln gut zu heißen, heißt aber nicht, dass man alle derzeit getroffenen Maßnahmen gut findet. Ob es sinnvoll ist, alten wie jungen Menschen zu verbieten, alleine auf einer Parkbank oder in der Wiese zu sitzen, sei dahingestellt. Welche Maßnahmen wirklich nötig sind, wissen wir einfach noch nicht.

Daher gibt es gerade auch nicht nur „ein richtiges Vorgehen“. Im Fall dieser weltweiten Pandemie gibt es keine Studien, keine Vergleiche. Die Corona-Pandemie in einer so globalisierten Welt ist beispiellos, das Virus „SARS-CoV-2“, das die Lungenkrankheit Covid-19 verursacht, ist so neu, dass es noch kaum erforscht ist. Das sagen uns Wissenschaftler*innen immer wieder – aber in den Nachrichten und über social media wird vieles als „Wahrheit“ und „alternativlos“ dargestellt.

In ein paar Monaten haben wir mehr Daten und Fakten. Dann sind wir schlauer. Gehandelt werden muss trotzdem jetzt.
Unsere Politiker*innen haben gerade einen extrem schweren Job mit sehr viel Verantwortung. Und wie wir das bisher beurteilen können, machen sie das unter großem Druck im Großen und Ganzen sehr gut. Lasst uns sie unterstützen – aber trotzdem im kritischen Austausch bleiben und diskutieren, was zum jeweiligen Zeitpunkt mit dem dann vorhandenen Wissen die sinnvollsten Maßnahmen sind.
Lasst uns dabei vor allem nicht vergessen, wie wichtig unsere Grundrechte sind. Diese sollten wir schützen und nur in Ausnahmen und auch dann nur befristet einschränken. Unsere Gesellschaft sollte nicht zulassen, dass Freiheitsrechte nun dauerhaft in Frage gestellt werden.

#Flattenthecurve um jeden Preis?

„Flattenthecurve“ muss auch in Zukunft das Ziel sein, um das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen. Aber wie flach und mit welchen Mitteln? Diese schwierig Frage wird uns in den nächsten Monaten beschäftigen. Und wir werden abwägen müssen. Die gesundheitlichen, psychischen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen von Ausgangsbeschränkungen oder -sperren können wir mal drei oder vier Wochen hinnehmen. Bei zwei oder mehr Monaten sollten die Bewertungen vielleicht anders ausfallen. Denn so hart es ist, müssen wir dann die Folgen abwägen, die Corona bzw. Covid-19 mit sich bringt und die, die Gegenmaßnahmen mit sich bringen. Wenn sich z.B. ein großer Teil der Bevölkerung über längere Zeit zu wenig bewegt und wenige Sozialkontakte hat, hat das auch schwerwiegende Folgen auf Psyche und körperliche Gesundheit. Auch die Angst um die berufliche Existenz wird für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nicht folgenlos bleiben.

Ein striktes „Stay at home“ kann also für 3 Wochen die richtige Antwort sein, für mehrere Monate müssen wir vielleicht andere Lösungen finden.

Welche Maßnahmen wie viele Leben gerettet haben, welche Nebenwirkungen mit sich brachten und ob dafür die Einschränkung von Grundrechten gerechtfertigt war, werden wir nie genau sagen können. Aber in ein paar Monaten werden wir schlauer sein und einige von uns werden, wenn wir wieder am Stammtisch zusammen sitzen können, rückblickend sagen „hab ich ja gleich gesagt“. Das freut uns für die Schlaumeier unter uns schon jetzt, aber wichtiger ist, dass wir jetzt und heute im Diskurs bleiben und uns eingestehen, dass niemand den einen richtigen Weg kennt, der zwischen „Leben retten“, „Nebenwirkungen in Grenzen halten“ und „Grundrechte bewahren“ vermittelt.

Zwei Fliegen mit einer Klappe – die „richtige“ Wirtschaft fördern

Richten wir jetzt aber den Blick auf die Zukunft unserer Wirtschaft.

Die wirtschaftlichen Folgen durch Corona und die eingeleiteten Maßnahmen werden enorm sein. Der Markt wird das nicht richten. Wieder mal werden die Staaten und damit die Allgemeinheit Unternehmen helfen müssen, damit sie überleben können. Das ist absolut richtig in diesen Zeiten.
Was aber nicht klappen wird: Die Corona-Krise durch Konjunkturprogramme abfedern. Und danach die lange notwendige Transformation hin zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Gesellschaft finanzieren. Das muss jetzt Hand in Hand gehen. Und nicht eines nach dem anderen.

Muss wirklich jedes Unternehmen unterstützt und am Leben gehalten werden? Oder können wir vor allem solche Wirtschaftspraktiken und -zweige unterstützen, die wir für eine sozial-ökologische Transformation brauchen? Lasst gerade jetzt neben Gastronomie und Kulturwirtschaft vor allem erneuerbare Energien, Gebäudedämmung, Genossenschaften, ökologische Landwirtschaft, Pflege, öffentliche Verkehrsmittel, nachhaltigen Tourismus, Repair-Cafés und wichtige Player der Kreislaufwirtschaft mehr fördern als die Industrien und Praktiken von gestern. Lasst uns Unternehmen dabei unterstützen, globalisierte Wertschöpfungsketten zu regionalisieren, um weniger von Importen und Exporten abhängig zu sein.
Und lasst uns solche Unternehmen unterstützen, die uns auch vor der noch viel größeren Gefahr für Gesundheit, Wirtschaft und Gemeinwohl helfen, nämlich der bevorstehenden Klimakrise.

Billigflüge und Fast Fashion müssen nicht in die neue Wirtschaftswelt mitgenommen werden. Klar, Menschen, die in diesen Branchen ihre Jobs verlieren, muss der Staat durch Weiterbildung und finanzielle Unterstützung unter die Arme greifen.
Und wer weiß, vielleicht ist das die richtige Zeit, um mal ein Grundeinkommen oder die 25 Stundenwochen auszuprobieren?

Vielleicht bekommen nur kleine Unternehmen, Kulturschaffende und Selbstständige bedingungslose Unterstützung und Kredite, während bei größeren Unternehmen als Gegenleistung Miteigentumsrechte verlangt werden?
Vielleicht bekommen Unternehmen vor allem dann Unterstützung, wenn sie sich demokratisieren und zu Genossenschaft entwickeln? Oder sie verpflichten sich durch die Annahme von Unterstützung, in Zukunft eine Gemeinwohlbilanz zu erstellen?

Ob uns Corona in noch größere Krisen stürzt oder eine Chance ist, hängt vor allem auch von der Art unserer Konjunkturprogramme ab. Wenn wir mit der Gießkanne fördern und es den Markt regeln lassen, werden kleine Unternehmen und Selbständige verlieren und große Konzerne wie Amazon und Co gewinnen. Die Konzerne, die keine oder kaum Steuern zahlen und damit nicht dazu beitragen, was jetzt mehr denn je gebraucht wird: ein liquider Staat. Wenn Amazon und Co als Gewinner aus Corona hervorgehen, haben wir eine Chance verpasst.

Corona überstehen und die Chance nutzen

Corona hat unsere Gesellschaft in eine große Krise gestürzt. Die wirtschaftlichen Folgen werden vielleicht eine noch größere Krise hervorrufen. Aber das ist immer noch nichts verglichen mit dem, was kommen wird, wenn wir in Sachen Klimaschutz, Artenschutz, Ressourcenschonung und Bodenverlust nicht grundlegend andere Wege einschlagen.

Wir werden in wenigen Jahren in einer anderen Gesellschaft leben, als wir sie bisher kannten. Das ist nicht nur okay. Das ist sogar überlebenswichtig für die Menschheit.
Vielen war eh klar, dass diese Änderungen kommen. Die Frage war nur – kommt sie „by design“ oder „by desaster“. Die jetzigen Veränderungen kommen leider „by desaster“.

Lasst uns mit „social distancing“, größter Unterstützung unseres Gesundheitssystems und sinnvollen Konjunkturprogrammen in den kommenden Monaten dazu beitragen, dass sich das „desaster“ Corona in Grenzen hält und lasst uns dann zukünftige Krisen verhindern, indem wir noch viel größere Herausforderungen wie Klimaschutz, Artenvielfalt, soziale Ungleichheit und den Schutz von Boden und Meer entschlossen „by design“ angehen.

Lasst uns einander helfen, lasst uns kreativ werden, lasst uns der Wissenschaft zuhören, lasst uns optimistisch sein und aus dieser Zeit die Solidarität, das Miteinander und die Entschlossenheit mitnehmen. Dann können wir uns in 20 Jahren darüber freuen, dass wir die Chance genutzt haben, die uns Corona geboten hat.


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9 Kommentare zu “Corona ändert alles. Lasst uns die Chance nutzen!

  • Lieber Markus,
    dein Beitrag drückt ganz gut aus, worüber auch ich mir in diesen Zeiten immer wieder Gedanken mache. Er beschreibt die gegenwärtige Situation aus einem recht interessanten Blickwinkel. Auch ich sehe da enorme Chancen und fühle mich zum ersten Mal ein bisschen weniger ohnmächtig als sonst.
    Nur bleibt die Frage nach dem Wie? Wie wollen wir das auf politischer Ebene schaffen? Also Wir als Gesellschaft? Und im Sinne eines Wandels? Mit guten Beispiel voran und der Rest wird sich zeigen und braucht nun Mal Zeit?
    Wie kann verhindert werden, dass es danach nicht wieder weiter geht wie bisher – so ganz nach dem Motto, jetzt erst Recht? „Überbrücken, überleben und danach wieder durchstarten“ hinterlässt da ein wenig Stirnrunzeln und Kopfschütteln bei mir.
    Der Gedanke, wie wir die gewonnene Zeit und das gewonnene (unglaubliche) Potenzial nutzen können, bleibt also. Ich stell mir das ein wenig wie ein Sprungbrett in eine gemeinwohlorientiertere Gesellschaft vor. Nur trauen wir uns noch nicht so richtig da runter zu springen.

    Frohen Mutes an alle Mutigen und Chapeau auf das was kommen mag,

    K.

  • Sehr gut ausgeführt und super Artikel. Bleibt nur zu hoffen dass das Kollektiv mich eines besseren belehrt und dazu lernen wird um „richtig“ zu handeln…

  • Hallo? Unzählige Menschen sterben wegen Corona.
    Nicht an Corona, doch wegen der Lock-Downs!
    Wie könnt ihr sowas zelebrieren?

    Hier ein Link eines HNO Arztes, der alles seit jeher aufklärt :

    https://youtu.be/CD5WLQdxjrQ

    Wache Grüße von der Ostsee,
    Kessi

  • Liebe Katharina,
    die Frage nach dem „wie?“ ist eine gute 🙂
    Die Ideen & Projekte, zu einem nachhaltigeren (Wirtschafts)system gibt‘s ja schon. Die gilt es jetzt bekannter zu machen und sie wo möglich umzusetzen/auszuprobieren.
    Entscheidend ist für mich, dass es eine gesellschaftliche Debatte dazu gibt, wie das neue normal ausschauen soll und welche Rolle da Themen der Nachhaltigkeit spielen.
    Die Debatte wird es sicher innerhalb und zwischen den politischen Parteien geben – mal schauen, welche Ideen sich dann durchsetzen.

    Das Sprungbrett ist ein schönes Bild!
    Vielleicht sind wir auch durch Corona von einer Klippe gestoßen worden, befinden uns gerade im freien Fall und überlegen, mit welchem Fallschirm wir den Fall abfedern sollen und in welcher Welt wir dann landen wollen. Und vielleicht laufen wir danach nicht wieder auf den Gipfel, von dem wir wieder tief fallen können, sondern bleiben auf einem Hügel, auf dem es sich auch gut leben lässt 😉
    Es wird spannend, wo wir landen!

  • Liebe Kessi,
    danke für Deinen Kommentar und den Hinweis.
    Im Text wird ja nicht zelebriert, dass Menschen sterben. Es wird auf die Chancen größerer Veränderungen hingewiesen.
    Wir sehen es genauso, dass Ausgangsbeschränkungen auch Probleme mit sich bringen und die Nebenwirkungen abzuwägen sind.
    Allerdings: Alle, die derzeit behaupten, das alles genau einschätzen zu können, sollten mit Vorsicht genossen werden. Siehe auch https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2020/04/09/coronavirus-die-stunde-der-fragwuerdigen-youtube-doktoren

    Uns ist wichtig, Solidarität, Verbesserungen und Möglichkeiten aufzuzeigen, was wir jetzt und in Zukunft machen können, um mit den verschiedensten Nebenwirkungen unseres unnachhaltigen Lebens umzugehen. Und für manche Menschen bringt Innehalten & Reflexion in diesen Wochen etwas. Für viele andere braucht es größere Veränderungen – wie beschrieben.

    Sonnige Grüße aus München an die Ostsee!

  • Moin moin rehab republic,

    eure Antwort Funktion funktioniert nicht… zumindest nicht über Smartphone, deshalb eine neue Antwort. Ich bin nur über Phillip auf euch gestoßen.

    Danke für die Antwort. Dennoch sehe ich diese Einstellung als gefährlich an. Ich bin Tochter von Ärzten und von allen Seiten informiert. Ich decke auch Fakes auf und weil mir das privat zu viel wurde mit diesen Q Gruppen, bin ich ua aus Facebook ausgetreten. Facebook würde ich nurnoch beruflich betreiben.

    In meiner Umgebung gibt es leider außer meiner direkten Familie keine wachen Menschen mehr. Ich bin äußerst bestürzt, wie alle ihre Freiheit rauben lassen aus Angst vor Krankheit!
    Ich verfolge ausschließlich nurnoch glaubwürdige Quellen. Unter anderem Professoren, die Ahnung von ihrem Job haben.

    Es wird sich niemals etwas ändern, wenn wir nur zusehen! Wir müssen endlich aufstehen!

    Hier ein absolut glaubwürdiger Link von einem HNO Arzt:

    https://youtu.be/aFK3a5SYk1k

    Ich wünsche trotz allem Frohe „Feiertage“ mit etwas Galgenhumor

    Kessi

  • Hallo Markus,
    du schreibst hier sehr ausführlich Gedanken nieder, die ich mir auch mache. Ich will hoffen, dass die Politiker wirklich die Chance erkennen, die Wirtschaft in eine zukunftsfähigere Richtung zu schubsen … ich glaube zwar nicht wirklich daran, aber ich will hoffen, dass aus dieser schrecklichen Pandemie etwas Gutes wachsen kann …
    Immerhin zeigt sich an den momentanen politischen Entscheidungen, dass wir Menschen doch lernfähig sind … und es hoffentlich bleiben.
    Danke für deine Arbeit!

  • Hallo Kessi,
    ich glaube, für alle gilt: es ist gut, kritisch zu sein und Quellen zu hinterfragen. Es kann aber auch „gefährlich“ sein, zu meinen, nur man selbst ist „wach“ und die, die gleicher Meinung sind. Es gibt sehr viele Ärzte, Professorinnen etc., die die Gefährlichkeit von Covid-19 unterstreichen. Die Zeit wird zeigen, welche Expert*innen die jetzt noch recht dürftige Datenlage besser interpretiert haben 😉 Wir werden allerdings nie wissen, wie es in Deutschland ganz ohne Beschränkungen der Freiheit ausgeschaut hätte. Ich glaube, es ist gut, dass wir das nicht rausfinden müssen.
    Bleib gesund!
    Markus

  • Hallo Markus,
    Danke für’s Teilen Deines Blicks „Chancen“. Denke da steht sehr viel nützliches drin. Ich meine der Blick wird dann vollständig, wenn wir den Blick auch für die möglichen negativen politischen Folgen komplettieren. Die Einschränkung der Grundrechte (Nichtdurchführbarkeit von Demonstrationen, Beschränkung der Parlamente wurde bereits angeschnitten). Das darf wirklich nur eng zeitlich beschränkt werden.
    Wir werden wohl demnächst viele wirtschaftliche Forderungen auf den Tisch bekommen die das genaue Gegenteil von nachhaltigem Handeln sind. Die neue EU-Düngeverordnung wurde zwar beschlossen tritt aber schon wieder zeitlich verspätet in Kraft. Ich bin auch skeptisch was die Einhaltung Abschaltung von Atomkraftwerken gemäß dem vereinbartem Zeitplan betrifft. Wachsamkeit ist daher notwendig!

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