Münchner Kleinstmüll

Wir suchen Lösungen zur Kleinstmüllproblematik in München.

Was tun gegen Kippen und Kronkorken?

Am Rosenmontag haben wir mal was Neues gewagt – eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Industrie und Zivilgesellschaft – und gemeinsam Lösungen zur Kleinstmüllproblematik in München gesucht.

Kurz & knapp

Wer war dabei?

  • 80 Menschen mit Interesse an Kleinstmüll im Publikum
  • Politik – Kommunalreferentin und OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU), Umweltpolitischer Sprecher und Stadtratskandidat Jens Röver (SPD), Stadtratskandidatin Julia Post (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Unternehmen – Andreas Steinfatt (Paulaner, Münchener Brauereien e.V.), Katrin Niethammer (Philip Morris)
  • Zivilgesellschaft – Thorsten Kellermann (BUND Naturschutz), Markus Mitterer (rehab republic)

Der liebe Kleinstmüll

Dass uns Kleinstmüll nervt ist ja schon länger bekannt. Also mindestens 10, 20 oder 30 Monate. Zigarettenkippen sind toxisch, Kronkorken gefährlich und recycelbar, und anderer Plastikkleinstmüll landet über kurz oder lang meist auch in (Fisch-)Mägen.

Was kam bei rum?

Wir glauben an effektive Lösungsmöglichkeiten durch Kooperationen – über die üblichen Verdächtigen genialen Mitstreiter*innen von rehab republic hinaus. Konkret planen wir deswegen eine Neuauflage der Kronkorken-Challenge mit dem Verein Münchner Brauereien, Philip Morris will bei der Finanzierung und Verbreitung von Kippomaten dabei sein und die Vertreter*innen der Stadt basteln an holistischen Konzepten zur Zero-Waste City – auch mit weniger Kleinstmüll.

Wo ist eigentlich das Problem?

Zigarettenkippen sind die Nummer 1 unter den häufigsten Müllobjekten in unseren Meeren. Was München damit zu tun hat? Einiges! Tausende Zigarettenkippen landen täglich auf dem Boden unserer Stadt. Die Stadtreinigung hat dagegen kaum eine Chance. Viele Kippen landen letztlich in der Isar, im Eisbach oder in der Würm, machen sich auf ihren Weg ins Meer und vergiften die Umwelt dabei mit ihren Chemikalien. Ähnlich geht es den Kronkorken: Sie landen zu oft auf der Wiese oder im Gebüsch. Von dort wandern sie in Kinderhände oder Hundemäuler und vergeuden wertvolles Weißblech, eigentlich ein optimales Recyclingmaterial. Kleinstmüll ist für Stadt eine besondere Herausforderung. Denn im Gegensatz zu größerem Müll ist der Kleinkram viel schwieriger zu beseitigen.

Nachhaltige Lösungen finden wir nur gemeinsam!

Eine Podiumsdiskussion mit Politik und Industrie – bringt das was? Wir sagen JA.

Clean-Ups sind sinnvoll und machen Spaß, aber noch besser wäre es, wenn wir den Müll gar nicht erst aufsammeln müssten. Wir sprechen deswegen mit Akteur*innen entlang der ganzen Wertschöpfungskette, denn nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, entstehen nachhaltige Lösungen.

Was kann die Tabakindustrie dazu beitragen, dass toxische Kippen nicht auf dem Boden landen? Wie können Brauereien dafür sorgen, dass Kronkorken nicht achtlos auf Wiesen oder in Flüsse geworfen werden, sondern der wertvolle Rohstoff recycelt wird? Braucht es doch schärfere Gesetze zur Müllvermeidung? Oder mehr Mülleimer und interaktive Kampagnen?

Auf dem Podium saßen Kommunalreferentin und OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU), Umweltpolitischer Sprecher und Stadtratskandidat Jens Röver (SPD), Stadtratskandidatin Julia Post (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Steinfatt (Paulaner, Münchener Brauereien e.V.), Katrin Niethammer (Philip Morris), Thorsten Kellermann (BUND Naturschutz) und Markus Mitterer (rehab republic).

Wie ist es gelaufen und welche Lösungen haben wir gefunden? 

Am Anfang gaben Dr. Thorsten Kellermann und Katrin Niethammer Impulse zu den ökologischen Gefahren und Konsequenzen von Kleinstmüll-Themen und EU-Vorschriften. Markus Mitterer lieferte Infos aus der Umweltpsychologie um herauszufinden, wie wir unser Verhalten ändern und wie wir es schaffen, dass in Zukunft weniger Müll auf der Straße landet.

Markus Mitterer (rehab republic e.V.) gab einen Einblick in das Feld der Umweltpsychologie

Danach gab es eine Murmelrunde bei der sich die über 80 Anwesenden in kleineren Gruppen zusammengetan und über mögliche Lösungen diskutierten. Die Vorschläge füllten eine gesamte Pinnwand. Es wurden u.a. höhere Strafen, bessere und mehr Mülleimer, vor allem aber mehr Bildungsangebote und Kampagnen gefordert.

 

Inspiration gab es an den Infotischen im Saal: In unserem „Isar-Wahllokal“ wurde mit Kronkorken abgestimmt, welcher Kleinstmüll am meisten nervt. Der Kippomat feierte Premiere:  Zum ersten Mal konnte man  Abstummeln – Abstimmen mit Zigarettenstummeln. Schon sehr bald soll er an vielen Orten Münchens zu finden sein. Müll gesammelt von GeCLEANt und ein Surfboard aus Kippenstummeln, die wir im letzten Sommer entlang der Eisbachwelle gesammelt haben, (gebaut von WAU Surfboards) schmückten den Raum. Auch unsere kleinen Taschenaschenbecher waren natürlich mit dabei.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde fleißig diskutiert: Bügelverschlüsse statt Kronkorken, Hinweise zur Entsorgung auf den Produkten, ein Pfand auf Kippen, Aufklärungsarbeit an Schulen, Steuern auf Verpackungen oder höhere Strafen für Littering und vieles mehr.

Ihr wollt mehr Details? Eine ausführlichere Dokumentation gibt es hier.

Die Podiumsdiskussion war aber erst der Anfang!

Denn in einer Sache waren sich alle einig: Wir müssen dringend gemeinsam aktiv werden und etwas gegen die Vermüllung unternehmen!

Wir haben auch schon konkrete Ideen. Mit dem Verein Münchner Brauereien tüfteln wir an neuen Aktionen zum Sammeln von Kronkorken, Philip Morris möchte sich an der Verbreitung des Kippomaten beteiligen. Julia Post kann sich vorstellen, eine Kronkorken-Challenge mit einem Bürger*innen-Fest zu kombinieren, Jens Röver möchte sich auf dem Weg München zur „Zero Waste City“ für Steuern auf Einwegverpackungen stark machen und Kristina Frank will sich für höhere Bußgelder beim Littering einsetzen und Münchner Verwaltungsgebäude mit Kippomaten ausstatten.

Na, das ist doch schon mal ein Anfang, oder? In der Zwischenzeit halten wir die Füße natürlich nicht still, arbeiten weiter an unseren Ideen und bleiben mit den Akteuren in Kontakt, um die Lösungsvorschläge auch umzusetzen.

Das war sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art zu Kippen, Kronkorken & Co. Wir bleiben am Thema dran – versprochen!

Du hast Lust mitzumachen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten?

Dann melde dich bei uns! info@rehab-republic.de

 

Weitere Stimmen?

Die SZ hat berichtet. Stadtrat Jens Röver fordert Kippomaten. Und wir haben die schönsten Fotos der Veranstaltung online.

 

1 Kommentar zu “Münchner Kleinstmüll

  • Ich bin dafür, dass in jeder Zigarettenschachtel ein Behälter für die Kippen dabei ist. Alternativ dazu könnte auf jeder Kippe 10 Cent Pfand sein und sich somit das Sammeln der Kippen lohnen könnte.

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