Die Münchner Kronkorken-Challenge

Kronkorken sammeln, die Isar retten und dabei Bierfässer gewinnen? Geht nicht? Geht! Im September 2017 starteten wir die große Münchner Kronkorkenchallenge. Ganz München sammelte einen Monat lang Kronkorken in unserer Murmelbahn an der Isar, um sie zu Bierfässern zu recyclen. Wir wollten wissen: Wie viele Kronkorken liegen wohl am Ufer herum und für wie viele Bierfässer reichen sie?

Unter allen Einschmeißer*innen verlosten wir genau so viele Fässer Bier, wie aus den gesammelten Kronkorken hergestellt werden konnten. So sah unsere Murmelbahn aus:

 

Am 30. September stieg das große Finale der Verlosung. Nach der Auszählung stand fest: In nur vier Wochen hatte München unglaubliche 11.116 Kornkorken gesammelt! Genügend Weißblech für 44 Fässchen Bier! Wie angekündigt verloste rehab republic die Fässchen direkt unter den Teilnehmer*innen der Challenge. Die Kronkorken- Champions konnten ihr Fass mit nach Hause nehmen oder noch vor Ort anzapfen und bei Live-Musik anstoßen. Den Sound dazu lieferte, passend zum Spätsommer, die München-Südamerikaner von „Calle Mambo“.

 

„Wir wollten den Münchner*innen zeigen, wie viele Kronkorken an der Isar verrosten, statt in neuem Glanz zu erstrahlen. Dass wir nach 4 Wochen schon über 10.000 Kronkorken gesammelt haben, hat uns selbst sehr überrascht. Unglaublich, dass so viele potentielle Bierfässer an der Isar herumliegen.“  – Christian von rehab republic

 

#kronkorkenchallenge – La Grande Finale! from rehab republic on Vimeo.

3500 °C – Unsere Kronkorken werden recycelt.

Wie versprochen brachten wir alle 11.116 Kornkorken ins Stahlwerk zum Recycling. Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung konnten wir die Kronkorken persönlich auf dem riesigen Schrottplatz der Stahlwerke ausschütten. Hier wurden sie mit einem Elektromagneten in die Luft gehoben und abtransportiert.

 

Sie landen dann mit dem übrigen Material in einem der Elektrolichtbogenöfen, den wir uns bei der anschließenden Werksführung ansehen durften. Der Anblick glich einem Vulkanausbruch aus nächster Nähe. Bei Temperaturen von rund 3500 °C konnten wir hautnah miterleben wie in diesem überdimensionierten „Kochtopf“ der Schrott zu flüssigem Stahl geschmolzen wurde. Abschließend wurden uns noch die Gießanlagen gezeigt, wo der flüssige Stahl, bevor er im Walzwerk verarbeitet wird, zu Rohstahl vergossen wird.

 

Wieso eigentlich das Ganze? Kronkorken und Kippen an der Isar

Die Münchner*innen lieben ihre Isar. Kinder spielen im Grünen, krabbeln durchs Gras und schwupps: Zigarettenstummel in den Mund gestopft. Alt und Jung trifft sich zum Grillen und Frisbee spielen, und zack: schon wieder in einen Kronkorken getreten. Nur ein Teil des Mülls an der Isar landet im Mülleimer. Vor allem Kronkorken und Zigarettenstummel bleiben oft unsichtbar zurück. Zunächst unter der Grasnarbe und im Sand, landen sie dann in Fußballfüßen und Kinderkrallen, oder werden mit dem nächsten Regen in den Fluss gespült.

Und wohin dann mit den Kronkorken? Markus hat die Antwort in diesem Video:

#kronkorkenchallenge – Wohin mit den Kronkorken? from rehab republic on Vimeo.

 

Weißblech kann wunderbar recycelt werden.

Das Weißblech, aus dem Kronkorken gemacht sind, ist eine wertvolle Ressource. Es ist zu 100% wiederverwertbar und könnte beispielsweise in Autos, Fahrrädern, Getränkedosen oder Bierfässern zu neuem Glanz erstrahlen. Wir geben die gesammelten Kronkorken direkt zu einem Weißblech-Recycler. So verschonen wir nicht nur die Isar, wir retten auch das kostbare Material.

Lech-Stahlwerke – Recyclingunternehmen und Stahlhersteller

Anfang Dezember fanden wir einen Abnehmer für unsere Kronkorken und fuhren nach Meitingen zu den Lech-Stahlwerken – Bayerns größtes Recyclingunternehmen. Hier werden täglich über 4000 Tonnen Stahlschrott verwertet und daraus Rohstahl erzeugt, der dann als Grundlage für die Herstellung von beispielsweise Baustahl dient. Der große Vorteil von Stahl ist, dass er beliebig oft – ohne Qualitätsverluste – recycelt werden kann und damit ein sehr gutes Beispiel für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ist.

Danken möchten wir den Lech-Stahlwerken für ihre Unterstützung, insbesondere Herrn Mangliers und Herrn Heilbrunn, die uns eine großartige Führung durch das Stahlwerk gaben.

Ein großer Dank geht auch natürlich an Huber Packaging, die die Fässer spendiert haben und uns beim Recycling der Kronkorken hervorragend unterstützt haben!

 

1 Kommentar zu “Die Münchner Kronkorken-Challenge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.