Kronkorken grüßen Brauereien

„Hier kommt ein kleiner Gruß vom Polarstern Isar Clean Up 2018!“ – So begannen die Briefe an regionale Brauereien, die wir im Juli mit einem Teil der an der Isar gesammelten Kronkorken verschickt haben.

Gemeinsam mit gut 200 Münchnerinnen und Münchnern sammelten wir beim Clean Up an der Isar jede Menge Kronkorken, um sie vor den mitreißenden Isarfluten zu retten. Dann sahen wir die riesigen Weißblechberge und hatten schnell den Wunsch, diese nicht einfach nur zu entsorgen.


Wir dachten nach.. Warum liegen da so viele Kronkorken rum und wer hat sie zu verantworten? Die Müncherinnen und Münchner, die die Kronkorken liegen lassen? Die Eltern, die ihre Kinder nicht g’scheid erzogen haben? Die Brauereien, die es nicht schaffen, zu kommunizieren, dass Ihre Produkte nicht in die Natur gehören? 

Vermutlich ist bei allem was dran. Wir entschieden uns dazu, die Brauereien in unsere Überlegungen mit einzubeziehen: Mehrere Pakete mit Kronkorken, einem Brief und Fotos vom Müllsammeln sowie dem anschließenden Sortieren verschickten wir an Brauereien aus der Region.

 

Das Ziel: Bewusstsein schaffen für die Unmengen an Kronkorken, die entlang der Isar tagtäglich achtlos weggeschmissen werden. Nach einigen Aktionen, wie der Kronkorkenchallenge oder Mülli Vanülli, die die Trinkerinnen und Trinker in die Pflicht nehmen, gingen wir nun auch auf lokale Brauereien zu, um gemeinsam mit ihnen Lösungen zu finden, die Kleinstmüllproblematik an der Isar anzugehen. Die Brauereien nehmen schließlich als Produzenten eine Schlüsselrolle ein.

In unseren Briefen laden wir die Brauereien dazu ein, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und gemeinsam zu überlegen, wie wir es schaffen, dass die Kronkorken in Zukunft in der Wertstofftonne oder zumindest im Restmüll statt im Englischen Garten oder in der Isar landen. Wie schaffen wir das? Vielleicht braucht es dazu mehr Events an der Isar, auf die Kronkorken gedruckte Sprüche oder ein Bonussystem für das Sammeln und Einschicken von Kronkorken. Du hast eine bessere Idee? Schick sie uns an info@rehab-republic.de und wir bringen sie ins Gespräch mit ein.

Kronkorken sind nicht nur optisch problematisch 

Warum sind die Kronkorken ein Problem? Schon mal barfuß in einen Kronkorken reingelatscht? – Autsch! Nicht nur wir, auch Tiere können sich an den Zacken der Kronkorken verletzen. Daher gehören sie in die Tonne, statt in die Wiese. 

Es gibt aber noch zwei andere Gründe, die mit ökologischer Nachhaltigkeit zu tun haben: Das Weißblech der Kronkorken ist sehr gut recycelbar, in der Natur hingegen dauert es eine halbe Ewigkeit, bis es abgebaut ist. Dazu kommt, dass an der Innenseite der Kronkorken Kunststoff mit verarbeitet ist, der sich beim Abbauen löst. Dass gerade in und um München sehr viel Mikroplastik in die Isar gelangt, haben bereits die SZ und quer berichtet.

Es gibt also gute Gründe, Kronkorken nicht in die Natur zu entlassen. Daher freuen wir uns darauf, mit weiteren Akteuren wie Deine Isar e.V. dafür zu sorgen, dass die Kronkorken in Zukunft viel öfter in der Recyclingfabrik wiedergeboren werden, statt irgendwann im Meer zu landen.

So geht’s weiter

Inzwischen haben wir von einigen Brauereien positive Rückmeldungen bekommen – unser nächster Schritt ist daher das Organisieren eines runden Tisches mit Brauereien, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt München und weiteren wichtigen Akteuren.

Bis dahin werden wir bei unseren Plogging– und Ramadama-Aktionen wohl noch jede Menge Kronkorken sammeln.

 

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