Musik meets Schneidebrett – Schnibbelparty (19.09.2014)

Musik meets Schneidebrett

Im Rahmen der Münchner Nacht der Umwelt fand am 19.09.2014 in der Glockenbachwerkstatt unsere zweite Schnibbelparty statt. Hier ein kleiner Bericht dazu.

Wir sind inzwischen wieder vollkommen erholt von unserer Schnibbelparty. Zum Glück hat uns die von Petrus verordnete Zwangsdusche nicht ans Bett gefesselt. Euch hoffentlich auch nicht!
In jedem Fall war’s toll! Dass so viele Leute gekommen sind, hatten wir nur in den kühnsten Träumen erhofft. Umso schöner war es, dass die 200-300 Menschen (hat jemand genau gezählt?) alle satt wurden und sogar noch einiges an Brot und Salat für die Wochenendverpflegung mitnehmen konnten. Da viele von euch mitgeholfen haben, hatten wir das Buffet auch kurz nach Beginn des Wolkenbruchs schon nach drinnen verlegt, wo dann (feucht-)fröhlich weiter gegessen und sich unterhalten wurde. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle spontanen Helfer! Vor allem den Köchen, die draußen unter dem Pavillion unermüdlich weiterkochten und -brutzelten auch nachdem dieser nach einer halben Stunde Dauerregen ordentlich durchlässig war! Aber es hat sich gelohnt – es hat hervorragend geschmeckt! Danach gab’s was auf die Ohren: Die funkigen Klänge der Soulstube brachten die Menge zum tanzen. Mit Boshi San feierten wir dann noch feinsten Münchner Hip Hop und wer danach noch immer nicht genug hatte, groovte zu Dr. Getdowns ausgewählten Platten. Es war also für jeden etwas dabei.

Hier ein paar Eindrücke. (Vielen Dank an Ben Brücklmeier und Fabian Norden für die Fotos. Leider haben wir keine Fotos von der Hochphase – da waren wir zu sehr mit kochen, Essen tragen und Technik vor dem Regen retten beschäftigt – hat da jemand geknipst?)

Wo kam all das Essen her?

2014-09-19rrSchnibbelparty_BenBrücklmeier_S-1Wer den Berg an Lebensmitteln in unserem provisorischen Lager nicht gesehen hat, bekommt hier einen Eindruck von der schieren Menge… und zum Zeitpunkt des Fotos war noch nichtmal alles eingetroffen. All das wäre ohne die Schnibbelparty und ohne den Einsatz von Foodsharing vermutlich in irgendeiner Biogas- oder Müllverbrennungsanlage oder auf einer Deponie gelandet.

Wenn man bedenkt, dass dies nur ein Bruchteil dessen ist, was in München täglich in der Tonne landet, fragt man sich schon, was da schief läuft! Nur den Supermarktbetreibern den schwarzen Peter zuzuschieben, ist aber falsch. Schließlich sind es auch die Konsumenten, die auch noch kurz vor Ladenschluss das volle Sortiment an frischen Lebensmitteln und Backwaren erwarten und Gemüse mit Druckstellen links liegen lassen… Nicht unerwähnt bleiben darf, dass ein Großteil der entsorgten Lebensmittel in privaten Haushalten verderben oder zu viel gekauft wurden. Es bedarf also auf vielen Ebenen Anpassungen in der Wahrnehmung und in den gewohnten Abläufen. Eine Schnibbelparty ist da sicher ein kleiner Schritt, um das Bewusstsein zu schärfen und dabei gemeinsam zu essen… ja apropos Essen, was gab es denn feines und wo kam es her?

Essen aus verschiedensten Quellen

Das Essen, das wir zur Verfügung hatten – übrigens nur Brot, Salat und Gemüse – dementsprechend vegan – bekamen wir kostenlos von verschiedensten Quellen zur Verfügung gestellt. Das meiste kam von Marktständen (Viktualienmarkt) und Supermärkten, die mit foodsharing kooperieren und regelmäßig ihre nicht mehr verkauften Waren an freiwillige AbholerInnen von foodsharing weitergeben. So kamen Brote von diversen Bäckereien, Gemüse von Biomärkten wie dem Vollcorner und konventionelle Lebensmittel, z. B. von Edeka, zusammen. Zusätzlich konnten wir dankenswerterweise einige Kisten mit sehr gutem Gemüse vom Bio-Großhandel Ökoring abholen, die wir erst ein paar Tage vor der Party anfragten. Weitere Lebensmittel stammten vom Alma-Hof nördlich von Dachau, die dort gerade eine „gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft“ aufbauen, aber noch nicht genügend Abnehmer bzw. Mitmacher haben. Wen das interessiert, der klicke auf almahof.de. Hier ein paar Eindrücke von der Abholung. (Fotos Marie Lynen, Martin Schwarz, Markus Mitterer)

 

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Was gab’s zum Essen?

Was kam dabei alles zusammen? Wir schätzen, dass es 150-200 kg leckerste Lebensmittel waren. Wegschneiden oder wegwerfen mussten wir dabei kaum etwas. Wir erhielten kistenweise Paprika, Kartoffeln, Gurken, Salatköpfe, Zucchini, Tomaten, Trauben, Erdbeeren, Rote Beete, Steckrüben, Äpfel, Karotten, Löwenzahn, Mangold, Sellerie, Kürbis, Auberginen, frische Kräuter, Brote, Chips und bestimmt noch einiges mehr. 

Wie bei jeder Schnibbelparty wussten wir auch dieses mal nicht, was wir bekommen und folglich auch nicht was es zum Essen geben wird. Dieser Herausforderung stellte sich dann nicht nur der Koch der Glockenbachwerkstatt, sondern auch einige kurzfristig eingesprungene Hobbyköche, die sich die Feldküche im Freien zunutze machten. Letztendlich gab es Köstlichkeiten wie Salate, Kartoffel-, Rote-Beete-Steckrüben-Suppe, Curry, Ratatouille, Croutons und Obstsalate. An dieser Stelle vielen Dank an das Küchenteam der Glockenbachwerkstatt!

Weggeworfen werden musste trotz der riesigen Menge so gut wie nichts. Was nicht aufgegessen werden konnte, wurde den Gästen mitgegeben und was danach noch überblieb, packten wir per Lastenrad zum „Fairteiler“ von foodsharing im Kreativquartier, wo es am Samstag weiterverteilt wurde.

Von vielen wurden wir angesprochen, wann die nächste Schnibbelparty ansteht – noch steht kein Termin, aber die letzte war es bestimmt nicht. Wer Ideen und Anregungen hat, darf uns diese gerne kundtun oder uns am besten bei der Organisation der nächsten Sause unterstützen. Meldet euch einfach bei uns: info@rehab-republic.de

Weitere Infos zu foodsharing gibts auf lebensmittelretten.de und foodsharing.de

Bis zum nächsten Mal! Mahlzeit!

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