#supportyourlocals – aber Einmal ohne, bitte!

Die gute Nachricht vorweg: nachdem Anfang des Jahres unser gesamtes Leben und unsere Routinen ins Wanken geraten sind, kann die eigene Box oder der eigene Beutel dürfen wieder befüllt werden – yeah!

Laut offiziellen Richtlinien war dies zwar durchgehend erlaubt, aber das Jahr 2020 mit all seinen Hürden hat verständlicherweise einige Kooperationspartner*innen und Kund*innen verunsichert. Was darf man eigentlich noch? Was ist gefährlich? Wie kommen wir durch die nächste Corona-Welle? Immer wieder wurde uns auch bei Selbstversuchen des Einkaufens mit eigener Box versichert „dass es im Moment nicht erlaubt sei“ und „das jetzt eben einfach nicht mehr gehe“.  Viele der sonst so sicheren Häfen lehnten uns ab.

Aber nun macht sich wieder Zuversicht im EOB-Kosmos breit

und verleitet uns zu einer kleinen Phantasiereise. Stellt euch vor: ein lauschiger Wintermorgen, Kaffeeduft zieht durch die Straßen, ihr fühlt euch nach einem wohltätigen Besuch bei  eurem  Lieblingscafé nebenan und möchtet euch gerade in der jetzigen Situation einen kleinen Wellnessmoment gönnen. Ihr nehmt euren Lieblings-to-Go-Becher – womöglich ein Geschenk eurer Liebsten? – und genießt jeden einzelnen Schluck als wäre es der beste Café, den ihr je getrunken habt. Mhhhh.

Klingt besser, als sich in der Eile einen lauwarmen Kaffee in einem plastikbeschichteten Einmalbecher runterzukippen, oder? 😉

Genauso wissen wir, dass sich viele lokalen Geschäfte und Partner*innen aus dem Einzelhandel oder der Gastronomie gerade wenig Gedanken um einen Wellnessmoment machen, aber vielmehr mit ihren existenziellen Sorgen und Nöten, die die Corona-Krise mit sich bringt, zu kämpfen haben. Gerade die jetzige Winterph mit den sehr hohen Fallzahlen und langen Lockdown-Phasen ist ein heftiger Schlag für unsere lokalen Betriebe.

Ganz klar, liegt uns viel daran, dass gerade die lokalen Strukturen trotz oder gerade wegen der Krise aufrechterhalten werden können. Schlanke Logistiksysteme, kurze Wege, direkte Wirkmechanismen und unabhängige Handlungsfähigkeit sind nur einige Faktoren, die unsere lokalen Partner*innen so wichtig für uns machen. Zudem darf nicht vergessen werden: Existenzsicherung ist ebenso ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit!

#supportyourlocals – aber Einmal ohne, bitte!

Not macht erfinderisch!

Wie gut, dass es bereits zu Beginn der Krise im Frühjahr viele mutige Menschen gab, die direkt #einfachmallosgelegt und Initiativen zur Unterstützung lokaler Anbieter gegründet haben. Neben all den negativen Konsequenzen, die Krisen mit sich bringen, haben sie doch etwas Gutes: sie machen erfinderisch und schweißen Menschen zusammen. Ein Beispiel, das diese übergreifende Kooperation verdeutlicht:  die von dem Radiosender Bayern 3, der Genussakademie Bayern sowie dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband gemeinsam veröffentlichte Initiative lokalhelden.bayern. Die Homepage bietet eine Karte, die alle Partnerbetriebe auflistet, je nach Bedarf etliche Suchfunktionen und ermöglicht den direkten Erwerb von Gutscheinen für unsere lokalen Held*innen– ja, das sind sie wirklich!

Ähnliche Initiativen kann man mittlerweile nahezu in ganz Deutschland finden. Sie beschränken sich aber nicht nur auf die Gastronomie, sondern auch Clubs, Kinos oder lokale Läden des Einzelhandels finden sich darunter. Eine Website, die sehr ästhetisch mehrere der Bereiche vereint, konnten wir beispielsweise in Ingolstadt finden. Wer etwas stöbern möchte, kann sich bei Order Local austoben.

Geht es euch auch so? In Momenten der Zuversicht oder dem Entdecken neuer Wege wird euer gesamter Körper euphorisch und kribbelt?

Uns geht es zumindest so – und wir finden all diese Aktionen und den Zusammenhalt der Gesellschaft (zumindest größtenteils) einfach nur berührend und spitze!

#supportyourlocal  not your #abfall!

Das wäre ein schönes Happyend der Kurzgeschichte oder? Klar, und es klingt nicht nur super, sondern ist es auch. Aber beim Anblick der von Take away Verpackungen und to go Kaffee überfüllten Mülleimer, fragen wir uns: was ist geworden aus #supportyournature? Oder #supportyourhealth? Hängt doch irgendwie indirekt zusammen oder? 

Muss die Corona-Pandemie und ein nachhaltiges Handeln wirklich ein Gegensatz sein? Ist die einzige Lösung, um unsere Lieblingscafés und –restaurants zu unterstützen, die Müllberge noch höher werden zu lassen?

Wir sind uns sicher:  NEIN das ist kein Widerspruch! Gerade jetzt können wir alle zeigen, dass die Verwendung eigener Behältnisse hygienisch ist und für Niemanden eine Gefahr darstellt. Daher schnappt euch eure Tupper, Teller, Becher und was ihr sonst alles findet und lasst euch euren Schlemmermoment müllfrei schmecken! 😊

Sicher und verpackungsfrei einkaufen!

Die Frage, wie man Essen ohne Einmalverpackung, aber mit umso mehr Hygiene mitnehmen kann, begleitet uns bereits seit der Gründung des Projekts. Gestützt durch unsere Recherchen, die sogar vom Bundesministerium empfohlene Richtlinien beinhalten, können wir versichern, dass für einen hygienischen Einkauf alleine die KTT-Regel ausreicht (damit liegen wir à la Corona „AHA-Regel“ voll im Trend): Der direkte Kontakt mit dem Gefäß liegt rein beim Kunden und der Tresen gilt als Hygienebarriere. Sollte das Gefäß hinter diese Grenze genommen werden, eignet sich ein Tablett für eine kontaktlose Entgegennahme und Befüllung. Ganz aktuell hat der Lebensmittelverband hierzu nochmal die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Wem das doch zu heikel ist, kann sich die Zeit mit ein bisschen Marktrecherche und Selbsttests zu Mehrwegsystemen vertreiben – vielleicht der neue Trendsport? Anbieter gibt es hier auf jeden Fall schon genügend, um ein Partnerlokal mit einem Angebot nach dem eigenen Geschmack finden zu können. Um nur ein paar Beispiele zu nennen, sind in München die Fimen Recup/Rebowl, Vytal oder Relovo schon breit aufgestellt.

Auf was warten wir also noch?

Auch wenn es in vielen Bereichen unseres Lebens im Moment Einschnitte gibt, haben vermutlich schon Viele nicht mehr so viel Zeit zu Hause verbracht und der Ein oder Andere gewinnt hierdurch auch deutlich an Tageszeit dazu. Also lasst die Decke nicht zu nahe an euren Kopf kommen,  probiert euch durch alle Angebote und Leckereien durch und #supportyourlocals – aber Einmalohne, bitte. 

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