Der
Check

Wie stehen die Münchner Parteien bei der Kommunalwahl 2026 eigentlich zu Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und weiteren Aspekten von Nachhaltigkeit? 

Wir haben einfach mal nachgefragt bei AfD, Bayernpartei, CSU, Die Partei, FDP, Freie Wähler, Grünen, Linken, München Liste, ÖDP, Rosa Liste, SPD und VOLT (Parteien, die seit der Kommunalwahl 2020 im Stadtrat vertreten sind).

Hier findest du die Antworten von den Parteien, die uns geantwortet haben (zufällige Reihenfolge der Antworten). Wissenschaftlich widerlegbare Aussagen der Parteien haben wir – ohne Wertung der politischen Ausrichtung – mit Anmerkungen versehen („Anmerkungen der Redaktion“).

Frage 1 – Klimawandel

Stimmen Sie folgender Aussage zu?

„Der menschengemachte Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Er wird in vielen Regionen der Welt zu Katastrophen, Armut, Hunger und dadurch zu Bevölkerungswanderungen in Richtung gemäßigter Zonen führen. Auch in München werden u. a. aufgrund von Hitze und Trockenheit Gesundheit, Artenvielfalt, Ernährungssicherheit und vieles mehr leiden. Der Klimawandel kann natürlich nur global verlangsamt werden. Dennoch gilt: think global, act local – München muss seiner Verantwortung gerecht werden.“

Ja

Nein

  • Freie Wähler
  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • FPD
  • VOLT
  • CSU
  • ÖDP
  • AfD

Frage 2 – Klimawandel

Falls nein oder unentschieden: Wo haben Sie eine andere Auffassung?

AfD: Das Klima ändert sich laufend, auch ohne menschlichen Einfluss. Früher hat es schon viel extremere Bedingungen gegeben, sowie ähnlich starke Temperaturanstiege wie in den letzten Jahrzehnten, ganz ohne Industrialisierung. Deshalb auch Beantwortung der folgenden zwei Fragen mit „nein“, sowie keine vorgesehenen Maßnahmen für „Klimaziele“.

Anmerkung der Redaktion: Zwar hat sich das Klima in der Erdgeschichte immer wieder verändert, doch der aktuelle, sehr schnelle Temperaturanstieg lässt sich wissenschaftlich eindeutig auf den menschlichen Ausstoß von Treibhausgasen zurückführen. Natürliche Schwankungen erklären die derzeitige Entwicklung nicht. Ähnliche Temperaturen und Temperaturanstiege gab es nur weit vor der menschlichen Zivilisation.

Frage 3 – Klimaneutralität

Bekennen Sie sich zu den beschlossenen Klimaschutz-Zielen (Klimaneutralität der Stadt München bis 2035, Klimaneutralität der Stadtverwaltung bis 2030)?

Ja

Nein

  • Freie Wähler
  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • VOLT
  • ÖDP
  • AfD
  • FDP
  • CSU

Frage 4 – Investitionen in Klimaschutz

Sind Sie bereit, auch in Angesicht der aktuellen Haushaltslage, die nötigen Summen zu investieren, damit die Klimaziele der Stadt erreicht werden?

Ja

Nein

Unentschieden

  • Freie Wähler
  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • VOLT
  • ÖDP
  • AfD
  • FDP
  • CSU

Frage 5 – Maßnahmen Klimaziele

Mit welchen drei Maßnahmen möchten Sie den Zielen näher kommen?

Anmerkung der Redaktion: Bei einigen der im Folgenden genannten Antworten handelt es sich um Maßnahmen der Klimaanpassung. Diese sind wichtig, weil der menschengemachte Klimawandel schon jetzt Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität bei uns in München hat. Die Frage richtete sich jedoch auf die beschlossenen städtischen Klimaschutzziele, die eine schnelle und starke Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf dem Münchner Stadtgebiet erfordern. Hierzu sind vor allem Maßnahmen in den Bereichen der Wärmeversorgung, Mobilität und Stromerzeugung relevant.

Freie Wähler:

1.     Frischluftschneißen und Grünflächen erhalten

2.     Maßlose Nachverdichtung beenden

3.     Stadtbäche an die Oberfläche holen

München-Liste e.V.:

1.     Wir wollen das Wachstum der Stadt auf ein Maß bringen, das man bewältigen kann. Nur wenn wir ausreichend öffentlichen Nahverkehr (Zuverlässigkeit, Taktzahl) anbieten und das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern, dann können wir den Individualverkehr und damit die Emissionen reduzieren.

2.     Wiederverwendung von Gebäuden für Wohnzwecke, z.B. leerstehende Bürogebäude. Das reduziert die Emissionen für Bau und Produktion der Materialien.

3.     Erhalt und Förderung von Grünflächen und alten Bäumen. Alte Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima, der unbedingt gewürdigt werden muss.

AfD:

keine Antwort

Bündnis 90/Die Grünen:

1.     Mit Deutschlands größtem Ausbauplan für Geothermie sollen bis 2040 zehn zusätzliche Kraftwerke entstehen. Bis 2035 streben wir außerdem eine Steigerung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energieanlagen im Eigentum der Stadtwerke um 50 % auf ungefähr 400 GWh an.

2.     Besonders wichtig ist uns, das Münchner „Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude” (FKG) als zentrale Säule des Klimaschutzes finanziell abzusichern. Häuser mit der schlechtesten Energiebilanz, in denen meist finanziell benachteiligte Menschen wohnen, werden bevorzugt gefördert.

3.     Wir investieren weiter entschlossen in die Verkehrswende, um durch den Ausbau des ÖPNV und die Verbesserung der Radwege Alternativen zum energieintensiven motorisierten Individualverkehr zu schaffen.

SPD:

1.     Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien sowie die Wärmewende für München: Heizungen und Klimaanlagen sollen über regenerative Energien gespeist werden. Dafür treiben wir den Ausbau der Geothermie voran und bauen am Michaelibad über die Stadtwerke die größte Geothermieanlage auf dem europäischen Festland. Bis 2040 planen wir, mindestens zwei Drittel unserer Fernwärme aus der Erde zu gewinnen.

2.     Effektiver Hitzeschutz – mehr schattige und kühle öffentliche Orte, mehr Trinkwasserbrunnen, Schutz von insbesondere vulnerablen Gruppen wie älteren Menschen.

3.     Mit dem Masterplan Solares München hat sich die Stadt zudem das Ziel gesetzt, dass 25% des benötigten Stroms aus Sonnenenergie bezogen werden sollen. Hier sind wir voll im Zeitplan und unterstützen die Münchner*innen dabei, ihre Dächer und Flächen mit Photovoltaik auszurüsten.

Die Linke:

1.     Sanierungen gegenüber Abriss und Neubau priorisieren, ohne die Mieten zu steigern.

2.     Verpflichtende Umlagen für große Unternehmen zur Bekämpfung der Klimafolgekosten einführen.

3.     Den Flughafen München für Privatjets sowie Kurzstreckenflüge schließen.

FDP:

1.     Wir sehen Klimaanpassung als kommunale Pflichtaufgabe, Klimaschutz muss auf Bundesebene geregelt werden.

2.     Stadtbegrünung und Entsiegelung, Verlegung von Stadtbächen an die Oberfläche, Dach- und Fassadenbegrünung.

3.     Warn- und Hitzeschutzsysteme ausbauen.

VOLT:

1.     Die Verkehrswende durch den Ausbau des Rad- und Fußverkehrs vorantreiben.

2.     Die Kreislaufwirtschaft im Bausektor etablieren (zirkuläres Bauen).

3.     Die Stadt durch Entsiegelung und Begrünung an den Klimawandel anpassen.

CSU

1.     Ausbau des ÖPNV

2.     Umstellung der Fernwärme auf Geothermie

3.     Förderung von Gebäudesanierung

ÖDP

1.     (Energetische) Sanierung: Der Bausektor und der Gebäudeenergiebedarf sind die größten Emmittenten von klimaschädlichen Gasen. Die ÖDP setzt sich dafür ein, dass Gebäude im Bestand saniert und aufgewertet werden, statt abgerissen.

2.     Mobilitätswende: Sicher Geh- und Radwege und ein funktionierender, kostengünstiger ÖPNV sorgen für eine Reduktion des klimaschädlichen Autoverkehrs.

3.     Ausbau von Photovoltaik und Geothermie für eine klimaneutrale Energieversorgung Münchens: Die Stadtwerke sollen in München erneuerbare Energiequellen heben.

Frage 6 – Müll im öffentlichen Raum

Presseberichte, Stadtratsanträge, Beschwerden von Bürger*innen und nicht zuletzt die allgemeine Wahrnehmung vieler Münchner*innen zeigen: In München sammelt sich mehr und mehr Kleinstmüll im öffentlichen Raum. In Zusammenarbeit mit anderen Umweltinitiativen, mit der Verwaltung und auch BA-Mitgliedern haben wir von rehab republic e. V. mit unserem Projekt „Cleanup Munich“ bereits 2022 einen Forderungskatalog mit 5 Fordernungen erstellt. Bislang hat die Stadtverwaltung noch nichts davon umgesetzt. Wie stehen Sie zu den Forderungen? 

Freie Wähler:

Prinzipiell stehen wir hinter den Forderungen. Punktuell muss jedoch bezüglich Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit nachgesteuert bzw. die Machbarkeit evaluiert werden.

München-Liste e.V.:

Die München-Liste setzt sich dafür ein, weniger Müll allgemein und im Stadtbild zu haben. Daher unterstützen wir die 5 Forderungen an die Stadtverwaltung.

AfD:

Wenn auch gut gemeint, würde dies eine weitere Ausweitung der städtischen Planstellen (Wasserkopf) bedeuten. Außerdem gibt es mit Stadtrat und Bezirksausschüssen bereits eine ausreichende Gremienabdeckung, die noch dazu durch demokratische Wahl legitimiert sind, im Gegensatz zu sonstigen „Räten“ und Koordinierungsstellen.

Bündnis 90/Die Grünen:

Wir teilen die Ziele dieses Forderungskatalogs. Einige der Forderungen haben wir in den letzten sechs Jahren als Antrag aufgegriffen – beispielsweise die Einrichtung eine Anlaufstelle ‚Sauberkeit im öffentlichen Raum‘ oder die Aufstellung von mehr Abfallbehältern mit Aschenbecher. Eine Realisierung war aber aufgrund der schwierigen Haushaltslage nicht möglich.

SPD:

keine Antwort

Die Linke:

Insbesondere die Einbindung von Gewerbe ist dringend notwendig und braucht eine höhere Priorität.

FDP:

Wir unterstützen die Ziele des Forderungskatalogs grundsätzlich, insbesondere dort, wo sie zu mehr Sauberkeit, besserer Koordination und effizienteren Abläufen beitragen. Maßnahmen wie zusätzliche Mülleimer, smartere Entsorgungssysteme und klarere Zuständigkeiten decken sich mit unseren eigenen Vorschlägen für ein sauberes und gut organisiertes München. Gleichzeitig legen wir Wert darauf, Lösungen pragmatisch, technologieoffen und ohne unnötige Bürokratie umzusetzen.

VOLT:

Wir teilen die Einschätzung, dass das Problem von Kleinstmüll im öffentlichen Raum in München spürbar zugenommen hat. Die fünf Forderungen von rehab republic e. V. und „Cleanup Munich“ adressieren aus unserer Sicht wichtige Handlungsfelder und werden von uns grundsätzlich unterstützt. Zugleich halten wir es für notwendig, die städtischen Institutionen – insbesondere die AWM sowie den Garten- und Landschaftsbau – personell und materiell deutlich zu stärken. Nur mit ausreichend Personal und zeitgemäßem Equipment kann die Sauberkeit im öffentlichen Raum dauerhaft verbessert werden. Sauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Erfolgreiche Maßnahmen müssen im engen Schulterschluss zwischen Stadtverwaltung, Gewerbe und Bürgerschaft umgesetzt werden. Prävention, Reinigung und Beteiligung sollten dabei konsequent zusammengedacht werden.

CSU:

Der Bereich Sauberkeit ist eines der zentralen Themen im Kommunalwahlkampf der CSU. Vielen der Forderungen können wir zustimmen und haben sie auch schon durch Anträge gefordert.

ÖDP:

Die ÖDP unterstützt die Forderungen von rehab republic e.V. und hat diese auch im Wahlprogramm verankert.

Frage 7 – Anlaufstelle „Sauberes München“

Ein Vorschlag, um dem Müllaufkommen im öffentlichen Raum entgegenzuwirken, ist eine zentrale Anlaufstelle für „Sauberes München / Müll im öffentlichen Raum“ innerhalb der Stadtverwaltung. Dabei handelt es sich um eine zentrale Ansprechperson für Akteur*innen, die auch Ziele für die Landeshauptstadt München formuliert, gemeinsam mit wesentlichen Akteur*innen eine kleine Strategie erstellt und sich für deren Umsetzung verantwortlich zeigt.

Unterstützen Sie die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle in der Stadtverwaltung?

Freie Wähler:

Nein, die Stadtverwaltung braucht eine Ansprechperson, die Ziele formuliert, eine Strategie erstellt sowie deren Umsetzung überprüft. Allerdings sollte diese innerhalb der bestehenden Strukturen eingegliedert werden, eine neue Anlaufstelle schafft nur weitere Bürokratie, Kosten sowie weitere Zuständigkeitsprobleme.

München-Liste e.V.:

Ja, eine Anlaufstelle für ‚Sauberes München‘ kann die Reinigungskräfte und Reinigungszyklen koordinieren, sodass möglichst gute Reinigungseffekte mit (endlichem) Personalaufwand erreicht werden kann.

AfD:

Nein (ohne Begründung)

Bündnis 90/Die Grünen:

Ja (ohne Begründung)

SPD:

Unentschieden. Für die Bürgerinnen und Bürger gibt es unter https://machmuenchenbesser.de/ eine Stelle, um ohne große Suche in der Stadtverwaltung Anliegen direkt zu platzieren. Darüber hinaus gibt es mehrere Einheiten, die damit befasst sind, hier prüfen wir wie eine bessere Vernetzung auch für Akteure gelingen kann. Im Bildungsbereich schulisch sowie lebenslang beugen wir vor: sei es in den Schulen z. B. mit Toni Trennhörnchen, sei es durch Informationen für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Linke:

Ja. Eine solche Stelle würde einen wichtigen Beitrag leisten zur notwendigen gesamten Reduzierung des Müllaufkommens in der Stadt München.

FDP:

Ja. Eine zentrale Stelle verbessert Koordination, Effizienz und Verantwortlichkeiten – ganz im Sinne schlanker, klar strukturierter Verwaltung. Dies kann in letzter Konsequenz auch mit der Einsparung ganzer Referate einhergehen.

VOLT:

Ja (ohne Begründung)

CSU:

Ja. Die Kompetenz ist leider auf mehrere Referate verteilt, was zu Unklarheiten der Zuständigkeiten führt. Deshalb wäre ein Ansprechpartner für das Thema ‚Sauberes München‘ sehr wichtig.

ÖDP:

Ja. Eine zentrale Anlaufstelle würde das Thema ‚Sauberes München‘ sichtbarer und transparenter machen, Synergien nutzen und Ideen bündeln. Für Bürger:innen ist es schwer verständlich, dass verschiedene Referate zuständig sind.

Frage 8 – Strafen für Littering

Theoretisch kostet das Auf-den-Boden-Schnipsen einer Kippe ein Verwarnungsgeld von 55 €. Praktisch wird dieses Bußgeld aber nicht verhängt. 


Sind Sie dafür, dass zumindest in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion diese Strafen durch bestehende Stellen der Stadtverwaltung auch durchgesetzt werden?

Ja

Nein

Unentschieden

  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • VOLT
  • CSU
  • ÖDP
  • AfD
  • SPD
  • Freie Wähler
  • Die Linke
  • FDP

Frage 9 – Zero Waste Konzept der Stadt München

Münchens Zero-Waste-Konzept zielt u. a. darauf ab, bis 2035 die Abfallmenge pro Kopf um 15 % und die Restmüllmenge in der LHM um 35 % zu reduzieren, indem Ressourcen geschont werden, Abfall vermieden wird und die Kreislaufwirtschaft gefördert wird.

Stehen Sie hinter den Zielen des Zero-Waste-Konzepts und möchten Sie Maßnahmen finanzieren, um diese zu erreichen?

Ja

Nein

Unentschieden

  • Freie Wähler
  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • VOLT
  • CSU
  • ÖDP
  • AfD
  • FDP

Frage 10 – Mehrwegangebotspflicht

Durch die bundesweite Mehrwegangebotspflicht sollten eigentlich Einwegverpackungen in der Gastronomie und im Einzelhandel reduziert werden. Aus bundesweiten Studien und aus unserer Bestandsaufnahme in München geht jedoch hervor, dass Mehrweg immer noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt (und städtische Ziele nicht erreicht werden). Der Blick in andere Kommunen zeigt, dass größere Effekte v. a. durch die Einführung einer Einwegsteuer erreicht werden konnten.

Wollen Sie versuchen, Mehrweg zu fördern und das Einweg- und Müllaufkommen zu reduzieren?

Ja

Nein

  • Freie Wähler
  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • FDP
  • VOLT
  • CSU
  • ÖDP
  • AfD

Frage 11 – Verpackungssteuer

Wären Sie, falls rechtlich möglich, für die Einführung einer Einwegsteuer? Bitte begründen Sie Ihre Antwort.

Freie Wähler:

Nein, die Kreislaufwirtschaft muss dringend weiter gefördert werden, die Politik muss dafür Anreize schaffen und Möglichkeiten bieten. Als Beispiele sind hier ein einheitliches und übergreifendes Pfandsystem oder die leichtere Nutzung von Mehrwegangeboten zu nennen. Nicht vorangetrieben werden soll dieses Ziel durch eine Steuer, die nur zu weiterer Bürokratie sowie einer Verteuerung des Angebots in einer ohnehin teuren Stadt führen würde.

München-Liste e.V:

Ja, aus Sicht der München-Liste wird zu viel Müll mit Einweg-Verpackungen erzeugt (Plastikflaschen, ToGo-Angebote usw.). Eine Einwegsteuer kann diesem Trend entgegenwirken.

AfD:

Nein, die Stadt könnte sporadisch mit einfach gehaltenen Informationskampagnen für Sauberkeit werben, ähnlich wie im ÖPNV-Bereich. Weitere umfassende Initiativen, oder auch zusätzliche Steuern oder Strafen sind aber der falsche Weg und führen außerdem zu noch mehr Aufwand in der Stadtverwaltung.

Bündnis 90/Die Grünen:

Ja, eine Einwegsteuer wäre ein wichtiges Instrument, um endlich den Verpackungsmüll im öffentlichen Raum reduzieren zu können. Doch die Staatsregierung hat es den bayerischen Kommunen per Kabinettsbeschluss untersagt, eine solche Steuer zu erheben. Die Stadt bleibt daher darauf angewiesen, in ihrem direkten Verantwortungsbereich dafür zu sorgen, dass keine Einweg-Produkte verwendet werden.

SPD:

Unentschieden, die CSU-Staatsregierung hat die kommunale Besteuerung von Einwegverpackungen ausgeschlossen – wir sind offen, zum Beispiel Kaffeebecher zu besteuern, also dort wo es ein erprobtes Mehrwegsystem als Alternative gibt. Gleichzeitig ist auch klar: Wir brauchen eine einheitliche Rahmensetzung auf politischer Ebene. Die Struktur muss passen, die Einzelnen werden das Problem nicht richten – und eine Lösung muss bezahlbar für alle Menschen sein.

Die Linke:

Nein, wir fordern einen weitgehenden Verbot der Einweg-Verpackungen und in den verbleibenden Fällen Abgaben für die Hersteller.

FDP:

Nein, neue Abgaben sind nicht zielführend und belasten die ohnehin schon schwierige Situation in der Gastronomie noch weiter.

VOLT:

Ja, unser Ziel: Wir wollen Einwegverpackungsmüll im öffentlichen Raum bis 2027 weitgehend aus dem Stadtbild verbannen. München soll als erste deutsche Großstadt ein einheitliches und flächendeckendes Mehrwegsystem für To-Go-Produkte einführen. So wird Nachhaltigkeit zur Selbstverständlichkeit im Alltag. Unser Vorgehen: Wir etablieren ein verpflichtendes „Münchner Mehrweg-System“ für Speisen und Getränke zum Mitnehmen.

CSU:

Nein, eine kommunale Verpackungssteuer führt nur zu mehr Bürokratie und belastet Einzelhandel und kleinere Unternehmen.

ÖDP:

Ja, die ÖDP hat hierzu bereits Anträge gestellt. Tübingen hat positive Erfahrungen mit der Einwegsteuer gemacht. Wir setzen uns dafür ein, dass kleine Gastronomiebetriebe unterstützt und geschult werden.

Frage 12 – Kontrolle der Mehrwegangebotspflicht

Sind Sie dafür, dass die Landeshauptstadt München (genauer das Referat für Klima- und Umweltschutz) ihrer Aufgabe nachkommt und die Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht kontrolliert und wenn nötig Strafen verhängt?

Ja

Nein

Unentschieden

  • München Liste e.V.
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • Die Linke
  • FDP
  • VOLT
  • ÖDP
  • AfD
  • Freie Wähler
  • CSU

Frage 13 – Gelbe Tonne

Anfang 2027 wird in München flächendeckend die Gelbe Tonne in den Haushalten eingeführt.
 Kunststoff- und Alu-Verpackungen müssen dann nicht mehr zu den Wertstoffinseln gebracht werden. Das ist eine große Chance, um den Zero-Waste-Zielen näher zu kommen – aber nur, wenn die Münchner*innen mitgenommen werden, sie gut ihren Müll trennen und dann Restmülltonnen verkleinern oder reduzieren.

Wie sollte die Landeshaupstadt München dazu beitragen, dass richtig getrennt und die Restmüll-Mengen reduziert werden?

 

Freie Wähler:

Die Stadt sollte die Bürgerinnen und Bürger über eine Aufklärungskampagne zur richtigen Mülltrennung informieren. Die Bezirksausschüsse sind für die Umsetzung dieser prädestiniert, können sie doch auf die Besonderheiten der einzelnen Bezirke, auch beim Thema Mülltrennung, eingehen.

München-Liste e.V.:

Aus Sicht der München-Liste ist eine gute Motivation der Münchner*innen wichtig. Nette Spots oder Reels auf Instagram und im Internet, in den U-Bahnen und Bussen. Faltblätter in die Haushalte. Aufkleber auf den Tonnen.

AfD:

Bei Einführung / Anlieferung der gelben Tonne kann den Haushalten eine simple Anleitung mitgegeben werden, in der auf die neuen Bedingungen hingewiesen wird, bspw. wie bei der braunen Tonne.

Bündnis 90/Die Grünen:

Neben der Gelben Tonne wollen wir auch spezielle Boxen für Elektroschrott bereitstellen. So wird die getrennte Sammlung von Wertstoffen weiter erleichtert. Um mit der Gelben Tonne tatsächlich die erwünschte Verbesserung der Erfassungsquoten zu erreichen, wird die Stadt auch weiterhin viel für Information, Aufklärung und Bewusstseinsbildung tun müssen. Die Mülltonnen müssen auch mit klaren und leicht verständlichen Informationen versehen werden, um Fehlwürfe möglichst zu vermeiden. An viel besuchten Orten soll in den Sommermonaten ein ausgeweitetes Müllkonzept umgesetzt werden, um die Mülltrennung zu verbessern und die Sauberkeit zu erhöhen.

SPD:

Bildungsoffensiven in Schulen (vgl. Toni Trennhörnchen der AWM), Mitmach-Kampagnen, Informationen im Rahmen der Einführung der Gelben Tonne. Und dabei wie immer: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht.

Die Linke:

Die errichtete Anlaufstelle ‚Sauberes München‘ soll eine effektive Aufklärungskampagne vorbereiten und diese soll durch die Stadt durchgeführt werden.

FDP:

Informationskampagnen und klare Sortierhinweise. Wir sind seit langem Vorreiter der Einführung der Gelben Tonne. Informationskampagnen stärken Eigenverantwortung und sind effizienter als neue Vorschriften.

VOLT:

Die Stadt sollte die Einführung der Gelben Tonne gut begleiten. Klare und leicht verständliche Trennhinweise, mehrsprachige Informationen und praktische Beratung können dabei helfen, Müll richtig zu trennen. Wenn sich das im Restmüll bemerkbar macht, sollten Haushalte auch davon profitieren – etwa durch kleinere Tonnen oder niedrigere Gebühren.

CSU:

Hierzu bedarf es einer ausgeklügelten und zielführenden Kommunikationskampagne, um die Münchnerinnen und Münchner zu erreichen

ÖDP:

Die ÖDP hat sich zwar für die Wertstofftonne eingesetzt, aber auch die Gelbe Tonne ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir sehen aus anderen Kommunen, dass die Recyclingquote deutlich verbessert werden konnte. Ein möglicher Anreiz wäre, dass Restmülltonnen verkleinert und damit günstiger werden könnten. Außerdem könnten die Restmülltonnen gewogen werden, wie es im Landkreis Landsbergs gemacht wird, um weitere Anreize zu schaffen.

Frage 14 – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kompetenzen, die nötig sind, um zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beizutragen. BNE ist eine Grundlage für nachhaltige Entwicklung – global wie lokal in München
. U.a. auch mit Unterstützung von rehab republic und anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen hat München die „BNE VISION 2030“ entwickelt, ein bundesweit beachtetes und prämiertes Handlungsprogramm zur Verankerung von BNE in der gesamten Bildungslandschaft.

Sehen Sie die strukturelle Verankerung von BNE als zentrale Aufgabe zukunftsorientierter Kommunalpolitik? Unterstützen Sie daher die weitere Umsetzung und Fortschreibung der BNE VISION 2030?

Freie Wähler:

Ja!

München-Liste e.V.:

Die München-Liste unterstützt die Bildung und Vermittlung von nachhaltigen Kompetenzen. Gut gefällt uns die Ausrichtung auf alle Altersgruppen. Wir unterstützen die weitere Umsetzung und Fortschreibung der BNE Vision 2030.

AfD:

Die staatliche Indoktrination im Bildungsbereich muss beendet werden. Vor allem ist jede weitere zentralistische Steuerung abzulehnen, erst recht bei Ausweitung auf die internationale / globale Ebene. Die Bundesländer sollten selbst in der Lage sein, entsprechende Bildungsschwerpunkte zu setzen.

Bündnis 90/Die Grünen:

Für uns Grüne ist die strukturelle Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf jeden Fall eine wichtige Aufgabe zukunftsorientierter Kommunalpolitik. Es ist essenziell, nachhaltiges Denken und Handeln dauerhaft in allen Bildungsbereichen, in der Stadtverwaltung und dadurch in der ganzen Stadtgesellschaft zu verankern – systematisch und langfristig. Denn wenn wir global etwas verändern wollen, müssen wir hier kommunal ansetzen. Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit globale Verantwortung: das sind alles große Worte – aber man beginnt dabei am besten schon ganz früh im Bildungssystem – und auf der kommunalen Ebene, wo Bildungsträger, Initiativen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen weiter zusammenwirken sollen. Die BNE VISION 2030 bleibt also auch in Zeiten mit angespannter Haushaltslage ein unverzichtbares Instrument um München nachhaltig, gerecht und zukunftsfähig zu gestalten.

SPD:

Ja

Die Linke:

Das BNE liefert einen wichtigen Beitrag und deshalb wollen wir die regelmäßige Aktualisierung und Fortschreibung.

FDP:

Die FDP unterstützt Bildung, Digitalisierung und Zukunftskompetenzen – BNE passt hier hinein, ohne neue Verbote oder Pflichten zu erzeugen.

VOLT:

Ja

CSU:

Ja. BNE ist ein Baustein für eine umfassende Klimaschutzpolitik.

ÖDP:

Nachhaltigkeit und Bildung sichern unsere Zukunft. Daher wollen wir, dass die BNE Vision fortgeschrieben wird. Wir hoffen, dass die Themen wieder mehr Stellenwert im Stadtrat erhalten.

Frage 15 – Vegane Angebote

In Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften werden deutlich mehr tierische Produkte konsumiert als gesundheitlich empfohlen und langfristig ökologisch tragbar (siehe z.B. DGEGreenpeace). Eine pflanzenbasierte Ernährung ist nicht nur gesünder, sondern reduziert auch den Wasserverbrauch sowie den Ausstoß von Treibhausgasen und fördert den Artenschutz – regional wie global.
 Mit unserem Projekt „Fancy Pflänzi“ motivieren wir Bäckereien, mindestens ein süßes und ein salziges pflanzliches Gebäckstück anzubieten. 



Sind Sie dafür, bei städtischen Empfängen sowie in städtischen Kantinen und Einrichtungen mindestens ein veganes Gericht anzubieten, damit alle ihrem gewünschten Ernährungsstil entsprechend etwas Passendes finden und gleichzeitig der ökologische Fußabdruck reduziert wird? 

 

Freie Wähler:

Ja, die Stadt sollte als Vorbild vorangehen und in ihren Einrichtungen für jede und jeden ein passendes Ernährungsangebot bieten. Wichtig ist uns, dass niemand gezwungen wird, sondern es jeder und jedem freisteht, zu essen, wie sie oder er möchte.

München-Liste e.V. :

Ja, im Bereich Ernährung haben wir für Klimaschutz und Tierwohl noch sehr viel Potenzial zu Verbesserungen. Vegane Gerichte haben sich zu einer schmackhaften Alternative entwickelt und sollten möglichst breit angeboten werden, um die Ernährungsgewohnheiten mittelfristig zu verändern.

AfD:

Nein, anstatt zentralistische Eingriffe und staatliche Vorgaben immer mehr auszuweiten, sollte der Fokus auf Bürokratieabbau, behördliche Erleichterungen und Ausweitung der bürgerlichen Freiheiten gelegt werden. Zudem ist die Vorteilhaftigkeit einer rein pflanzlichen Ernährung nicht zweifelsfrei belegt. Manche tierische Eiweiße sind bspw. für den Menschen essenziell, lassen sich aber durch vegane Kost so gut wie gar nicht substituieren.

Anmerkung der Redaktion: Diese Aussage ist falsch. Tierische Eiweiße sind für den Menschen nicht essenziell. Es gibt jedoch wenige Mikronährstoffe (v.a. Vitamin B12), die bei rein pflanzlicher Ernährung supplementiert werden sollten. Zudem wird in der Frage nicht vom Zwang zu pflanzlicher Ernährung gesprochen sondern davon, in städtischen Einrichtungen AUCH pflanzliche Gerichte anzubieten.

Bündnis 90/Die Grünen:

Ja, wir wollen gesunde, regionale und pflanzenbasierte Ernährung im gesamten Verantwortungsbereich der Stadt fördern: In Schulen und Kitas, in den Kantinen und auch bei städtischen Empfängen. Dies dient nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Klima- und dem Tierschutz. Eine Großstadt wie München kann in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen wichtige Impulse für ein gesundes und nachhaltiges Ernährungssystem setzen, denn sie hat das Nachfragepotential, um attraktive Angebotsstrukturen für regionale, saisonale und ökologisch erzeugte Lebensmittel zu forcieren.

SPD:

Ja

Die Linke:

Ja, die Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen um unsere Nahrung klimaverträglicher zu gestalten.

FDP:

Unentschieden. Wir sind gegen verpflichtende Vorschriften. Für uns regelt das die Nachfrage.

VOLT:

Ja

CSU:

Ja, jeder soll essen können, was er mag – auch Personen, die sich vegan ernähren sollen ein Angebot erhalten.

ÖDP:

Ja, bei Empfängen und Veranstaltungen der ÖDP München gibt es ausschließlich vegetarisches und veganes Essen. Auch omnivore Personen probieren gerne pflanzliche Produkte. Uns ist es wichtig, dass Kantinen und Betriebe geschult werden, damit sie bei dem Thema mitgenommen werden. Häufig ist es so, dass ein Gericht geringfügig angepasst werden kann, um alle Bedarfe abzudecken.