Mülltrennung im Olympiadorf leicht gemacht


Neue Web-App weist den Weg zu Wertstofftonnen

Wohin mit dem sorgfältig sortierten Müll? Ist der Wertstoffhof näher oder die Müllinsel? Gibt es eigentlich auch woanders noch Papiertonnen? Diese Fragen beantwortet ab sofort die neue Müll-Web-App: https://wertstoffe.olympiadorf.de/

Die Anwendung ist ganz einfach: Im Menü oben links auswählen, welche Wertstoffsorten ich entsorgen will und schon zeigen gestrichelte Linien auf der Karte zu den jeweils nächsten Sammelcontainern. Die Container befinden sich übrigens alle auf der Fahrebene. Die Karte zeigt auch den eigenen Standort an. Wir haben uns bewusst für diese Art der App entschieden, weil sie mit einem Klick und ohne Installation aufzurufen ist.

Im Olympiadorf gibt es laut ODBG in den Restmülltonnen derzeit noch 80% Prozent Müll, der dort nicht hineingehört. Das kostet das Dorf jährlich 400.000 Euro.

Der Restmüll wird in München verbrannt und so der Kreislaufwirtschaft entzogen. Immer neue Rohstoffe wie zum Beispiel Öl zur Herstellung von Plastikverpackungen müssen aus der Erde geholt werden, was ein Vielfaches an CO2-Ausstoß verursacht, verglichen mit dem Recycling.

Gute Gründe also, den eigenen Hausmüll sauber zu sortieren und jetzt ist es noch einfacher, ihn anschließend auch richtig zu entsorgen!

Pantomimische Müllperformance am 19.10.2024

Es sollte ein Versuch werden. Wir wollten bei unserer ersten Müllperformance eine Restmülltonne ausleeren und alles aussortieren, was dort nicht hineingehört. Das sollte mit Musik und lustigen Spielen passieren. Wir hatten Schutzanzüge, Handschuhe, Greifzangen, Plastikboxen, schwarze Mülltüten für Müll, der nicht für alle sichtbar sein sollte und eine große Plane besorgt. Mit der ODBG war alles abgesprochen und wir haben im Dorf Plakate aufgehängt und unter anderem auf dem digitalen „Schwarzen Brett“ im Olympiadorf für die Veranstaltung geworden.

Dort entbrannte am Abend vor der Veranstaltung eine sehr rege Diskussion, die – vorsichtig formuliert – unterschiedlich differenziert geführt wurde. Von Bedenken bis Beschimpfung war alles dabei. Es ging um Rechtsbelehrungen (haltlos, da mit der ODBG abgestimmt), Shaming (ja, sollte man sich, wenn man Müll falsch einwirft), Studenten, die noch schlimmer sind als Dörfler (das macht das Verhalten der Dörfler nicht besser), um Datenschutz (für Müll, der einer Person hätte zugeordnet werden können, wäre der schwarze Sack dagewesen) und um die Verletzung der Intimsphäre (jemand fühlte sich unwohl bei der Vorstellung, dass wir im Badezimmermüll rumwühlen).

Die letzten beiden Bedenken haben wir so ernst genommen, dass wir die Veranstaltung modifiziert haben. Statt den echten Müll auszuleeren, haben wir die Tonne hingestellt und auf Zuruf aus dem Publikum pantomimisch die Fehleinwürfe aus der Tonne herausgeholt, die wir oder die Zuschauer*innen schon mal in der eigenen Tonne vorgefunden haben. Bei einigen Fundstücken haben wir zusammen überlegt, wo sie hinmüssen. Oft gibt es im Dorf ja wunderbare Alternativen zur Restmülltonne. Beispielsweise bei getragener Kleidung. Wenn sie noch tragbar ist, sollte man sie zur Textilsammlung bringen. An jedem ersten Montag im Monat kann man sie im Untergeschoss des Pfarrzentrums, im evangelischen Teil, abgeben. Auch auf die beiden Verschenk‘s-Regale haben wir hingewiesen, wo Dinge hingebracht werden können, die vielleicht noch jemand anderer gebrauchen kann. Einmal das von Eltern organisierte im Untergeschoss in der Straßbergerstraße und zum anderen das von Olytopia betreute im Untergeschoss des Pfarrzentrums.

Da wir die tatsächlichen Ergebnisse unserer Tonne nicht auswerten konnten, haben wir auf Zahlen zurückgegriffen, die die ODBG uns zur Verfügung gestellt hatte. Die hatten eine solche Testleerung nämlich offenbar schon mal durchgeführt: Es wurde festgestellt, dass 80% des Inhalts der Restmülltonnen im Olympischen Dorf (nicht Studentendorf) Fehleinwürfe sind. Insgesamt zahlen die Einwohner*innen des Dorfes pro Jahr 600.000 Euro an Müllgebühren. Da nur die Restmülltonnen gezahlt werden, ergibt sich daraus, dass das Dorf auch bei einer reduzierten Fehlwurfquote rund 400.000 Euro pro Jahr sparen könnte.

Besonders teuer sind die Gegenstände, die neben den Tonnen stehen. Die werden nach Volumen berechnet und deshalb kostet zum Beispiel ein Pappkarton, in dem man ein Fahrrad verschicken kann, fast 82,29€ Euro. Ein Fernseher – der eine sehr viel größere Umweltverschmutzung darstellt – ist verglichen damit fast ein Schnäppchen: 13,71€ Euro. Diese Kosten werden den jeweiligen WEGs in Rechnung gestellt.

Die Organisator*innen der Müllperformance möchten das Thema weiter vertiefen. Deshalb gab es am Montag, 21.10. ein Treffen, bei dem vereinbart wurde, verschiedene Aktionen zu organisieren, Verbesserungen der Containersituation (zu kleine Einwurflöcher, weite Entfernung zu den Wertstofftonnen) anzustreben und Informationen zur Weiterverarbeitung der getrennten Wertstoffe im Dorf zu verbreiten.

Unsere Abfall-Übersicht

Damit der Müll, der trotz Taschenbaum und Einmal ohne, bitte anfällt, auch richtig getrennt und entsorgt wird, hat eine Gruppe Engagierter die folgende Übersicht über Möglichkeiten zur Abfalltrennung und -entsorgung im Olympiadorf erstellt und 2025 aktualisiert:

In unserer Podcast-Folge zur Mülltrennung erzählt euch Cleo noch mehr darüber.